Öffentlicher Bücherschrank : Bücher gehen von Hand zu Hand

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In zahlreichen Bundesländern gehören sie in unterschiedlichster Form zum Straßenbild oder zu öffentlichen Einrichtungen – die für jedermann zugänglichen Bücherschränke, in denen ohne jegliche Formalitäten Bücher zum Tausch beziehungsweise zur Mitnahme aufbewahrt werden. Im nur knapp 40 Kilometer entfernten Itzehoe gibt es in der Kirchenstraße auf Initiative von Gastwirten eine zum öffentlichen Bücherregal umfunktionierte Telefonzelle.

shz.de von
06. September 2012, 19:01 Uhr

Nun gibt es auch in Tornesch einen öffentlich zugänglichen Bücherschrank, der weiter bestückt werden sollte und aus dem sich jeder Lesefreund bedienen darf. Er steht im Edeka-Markt Kampmann gleich neben dem Bistro-Bereich. Die Idee und Einrichtung stammt vom Verein Tornescher Allerlei (ToAll), dessen Mitglieder nicht nur Kulturfreunde, sondern auch Bücherfreunde sind. Da er eine und die andere in der heimischen Bibliothek Bücher hat, die, weil mindestens einmal gelesen, nur noch Staubfänger sind, aber durchaus auch anderen Freude bereiten dürften, wurde die Idee auch gleich in die Tat umgesetzt. Und da Arndt Kampmann, der Inhaber des Edeka-Marktes, einer der ToAll-Förderer ist, wurde auch schnell ein Standort für den öffentlichen Bücherschrank gefunden. „Im Freien wollten wir die Bücher nicht haben, aber es sollte schon ein Gebäude sein, das zentral liegt, regelmäßig und lange geöffnet hat und von vielen Menschen frequentiert wird“, so ToAll-Vorsitzender Hanfried Kimstädt. Der Verein kaufte in einem großen schwedischen Möbelhaus zwei Regale, die nun von Vereinsmitgliedern bei Edeka-Kampmann aufgestellt und mit etwa 40 Büchern unterschiedlicher Genres bestückt wurden. Belletristik, Klassik, Krimis bekannter und weniger bekannter Autoren und auch ein paar Kinderbücher wurden einsortiert. Das Prinzip des offenen Bücherschrankes: Interessierte stöbern darin, finden, was sie interessiert, nehmen ein oder mehrere Bücher zum Lesen mit, behalten sie oder bringen sie zurück oder füllen die Regale mit eigenen Büchern zur Weitergabe auf.

Die ToAll-Aktiven würden sich wünschen, dass der Bücherschrank zu einem viel besuchten Treffpunkt wird, an dem Bücher von Hand zu Hand gehen. „Wir sind keine Konkurrenz zur Bücherei, das sieht auch der Büchereileiter so“, macht Hanfried Kimstädt deutlich. Täglich wird ein ToAll-Mitglied „ein Auge“ auf die Regale und Bücher haben. Und natürlich hoffen die ToAll-Mitglieder, dass ihre Idee bei Jung und Alt gut ankommt und der öffentliche Bücherschrank nicht dazu benutzt wird, Müll oder Unmengen von Büchern abzuladen. Wer Anregungen oder Fragen hat, die den öffentlichen Bücherschrank betreffen, wird gebeten, die ToAll-Telefonnummer 0176/78463140 zu wählen.

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