Spezialeinsatz : „Brüssel ist abgefahren“

Andreas Thaler ist begeistert von Brüssel. „Es ist abgefahren dort. Alles ist ein bisschen verrückt, alles ist aufregend“, sagte der Mitarbeiter der Pinneberger Kreisverwaltung gestern.

shz.de von
16. September 2011, 21:24 Uhr

Er selbst bringt die Brüsseler Polit-Szene allerdings auch regelmäßig zum Staunen. Als erster Mitarbeiter einer Kreisverwaltung hat er ein Büro in der ständigen Vertretung der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg bei der Europäischen Union, dem Hanse-Office. „Die fragen mich immer: Wie hast Du das denn gemacht?“, erzählte der 50-Jährige. Seine Kollegen wurden bisher ausschließlich von den Landesministerien entsendet. Thaler überzeugte durch seine Arbeit Europa-Staatssekretär Heinz Maurus. Als im Hanse-Office ein Kollege ausschied, half Thaler aus, brachte sein Wissen ein, dass er vier Jahre lang als EU-Beauftragter beim Kreis gesammelt hatte – „mein Steckenpferd“. Vor einem Jahr rief Maurus bei Landrat Oliver Stolz an und lieh sich Thaler für zwei Jahre aus. Seit November arbeitet er als Referent für Regionalpolitik, Beschäftigung und Soziales im Hanse-Office.

Täglich beobachtet Thaler in Brüssel die Entscheidungen des Europäischen Rats, erhält Infos oft, bevor sie in Berlin ankommen, überlegt, ob sie Auswirkungen auf Norddeutschland haben, informiert Kiel und Pinneberg. In der kommenden Woche wird er versuchen, dem Chef der Generaldirektion Regionalpolitik den Küstenschutz nahezubringen. Immer geht es um die Frage: Wo sollen die EU-Gelder hinfließen? Bei Verhandlungen über die Aufteilung des EU-Strukturfonds ab 2014 wird er die Interessen Schleswig-Holsteins vertreten.

Die Arbeit macht ihm Spaß. „Wenn man in Brüssel arbeitet, läuft man auf Hochtouren“, sagte der gebürtige Rheiländer. Wenn er zurückkehrt, wird der Kreis Pinneberg von seinem Wissen profitieren.

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