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Fußball : Bressem will „zurück in die Erfolgsspur“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In der vergangenen Woche übernahm Bernd Bressem das Traineramt bei den 1. Herren des TSV Holm, die in der Bezirksliga West um den Klassenerhalt kämpfen. Als Aktiver spielte Bressem in der Saison 1985/1986 für den Hamburger SV (sechs Erstliga-Einsätze) und war anschließend auch beim SC Rot-Weiß Oberhausen (22 Zweitliga-Spiele, ein Tor) und VfL Wolfsburg höherklassig aktiv. Nun nahm sich der 48-Jährige Zeit für ein Interview.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2013 | 21:40 Uhr

UeNa: Wie kam der Kontakt zum TSV Holm zustande? Bernd Bressem: „Ich kenne den Holmer Betreuer Hermann Köhler schon seit über 25 Jahren, weil er damals mit seiner Schlachterei unsere Hochzeit ausgerichtet hat. In der vergangenen Woche rief Köhler mich an und fragte, ob er meine Nummer an den Vorstand weitergeben dürfte. Ich entgegnete, dass ich eigentlich momentan eine Fußballpause brauchen würde – deshalb war ich ja auch im Dezember 2012 bei der SV Halstenbek-Rellingen II zurückgetreten ...“

UeNa: Wie konnten die Holmer Verantwortlichen Sie dennoch überzeugen? Bressem: „Mit Oliver Wolf, mit dem ich früher zusammen bei Altona 93 gespielt habe, und Sven Mikael Witthuhn sind zwei alte Weggefährten und Freunde im Holmer Vorstand. Witthuhn war sehr hartnäckig: Nachdem ich ihm beim ersten Telefonat gesagt hatte, dass ich eine Pause brauche, entgegnete er, dass er das nicht akzeptieren würde. Er wollte mich unbedingt als Trainer haben – und nachdem ich es mir zwei Tage lang gründlich überlegt hatte, haben wir uns schließlich geeinigt. Es ist sozusagen ein Freundschaftsdienst: Ich will versuchen, Witthuhn und Wolf zu helfen, den Negativtrend zu stoppen.“

UeNa: Wie wird die Arbeitsteilung zwischen Ihnen und Nico Plocharska sein? Bressem: „Es war eine Grundvoraussetzung für mich, dass Plocharska, mit dem ich bereits bei HR II zusammengearbeitet hatte, mit nach Holm kommt – sonst hätte ich diese Aufgabe nicht übernommen. Ich bin beruflich als Wein-Berater sehr eingespannt, muss teilweise bis 20 oder 21 Uhr arbeiten und bin mitunter auch am Wochenende verhindert. Deshalb wäre es nicht gegangen, dass alle Trainer-Aufgaben auf meinen Schultern lasten – und es war mir wichtig, dass ich einen Trainer-Partner habe, der auch von den Spielern als gleichberechtigt angesehen wird, so dass sich keiner verstecken kann. Nun ist jedem klar: Plocharska und Bressem sind ein Team und halten gemeinsam den Kopf hin!“

UeNa: Sind Sie froh, dass am vergangenen Sonntag das wichtige Spiel in Kummerfeld ausgefallen ist?

Bressem: „Ja, absolut. Für uns ist es gut, dass witterungsbedingt auch am nächsten Wochenende die Spiele ausfallen. Dadurch haben wir die Gelegenheit, mit den Spielern im Training erst einmal eine Woche arbeiten zu können. Falls am 24. März unser Heimspiel gegen den Rissener SV auch noch ausfallen sollte, hätten wir sogar sechs Trainingseinheiten mit dem Team vor unserem ersten Pflichtspiel ...“ UeNa: Wie gut kennen Sie die Holmer Mannschaft schon?

Bressem: „Ich habe das Team nur im Spiel gegen meine damalige Mannschaft HR II gesehen und es zuvor einmal beobachtet. Deshalb bin ich sehr froh, dass uns Michael Berndt, der uns ja auch noch als Spieler zur Verfügung steht, obwohl er mit seiner Knieverletzung angeschlagen ist, beratend zur Seite steht. Auch auf die Hilfe von Witthuhn und Wolf sind wir angewiesen, weil wir nach wenigen Trainingseinheiten noch nicht die Stärken und Schwächen von allen Spielern kennen können. Deshalb werden wir viel mit dem Kapitän und dem Mannschaftsrat sprechen, um schnell eine Stammformation zu bekommen und dann in den nächsten Wochen vielleicht auch etwas am Spielsystem zu drehen – und dann schnell wieder in die Erfolgsspur zu kommen.“

UeNa: Was schätzen Sie, wie viele Punkte werden nötig sein, um die Klasse zu halten? Bressem: „Das ist schwer einzuschätzen. Ein Problem ist es natürlich, dass zuletzt die beiden Spiele beim Vorletzten und beim Schlusslicht, dem SV West-Eimsbüttel und dem 1. FC Quickborn, jeweils verloren wurden – und aus diesen Partien eigentlich mindestens vier Punkte eingeplant waren. Das müssen wir jetzt erst einmal aufarbeiten. Und dann sind vor allem die Sechs-Punkte-Spiele gegen unsere direkten Konkurrenten Kummerfeld und Rissen wichtig: Da müssen wir gierig sein und gewinnen. Ich denke, wenn wir 15 Punkte holen, müsste das zum Ligaverbleib reichen. Also brauchen wir fünf Siege – und haben das Problem, dass wir nur noch elf Spiele zu absolvieren haben, und dabei fast nur noch auf Gegner treffen, die im Klassement deutlich über uns stehen.“

UeNa: Wie langfristig planen Sie in Holm? Bressem: „Wir haben erst einmal überhaupt keine langfristigen Planungen gemacht. In freundschaftlichen Gesprächen habe ich mich über den Stand der Dinge und die Ziele erkundigt und plane bis zum Saisonende. Was darüber hinaus passiert, wird man dann sehen: Will der Verein mich halten, möchte ich weitermachen? Ich war sehr angetan von den Gesprächen mit Köhler, Witthuhn und Wolf und es ist unser gemeinsames Ziel, Holm in der Bezirksliga zu halten. Ich denke, dort gehört der Verein von seiner Tradition her auch hin. In Holm gibt es eine wunderbare Sportanlage und eine große Sporthalle. Die Bedingungen sind also hervorragend und grundsätzlich könnte ich es mir vorstellen, auch über den 30. Juni hinaus in Holm zu arbeiten!“

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