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Uetersener Nachrichten

25. November 2017 | 10:52 Uhr

Urban Gardening : Brachland wird Stadtgarten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie wurden belächelt, viele bescheinigten ihrer Initiative eine kurze Halbwertszeit. Inzwischen sind die Stimmen der Spötter und Ungläubigen verstummt, denn die Urban Gardener von Elmshorn sind in ihre zweite Saison gestartet, haben einen großen Fankreis, ernten bereits die ersten Früchte ihres Schaffens und sind aus dem Stadtleben einfach nicht mehr weg zu denken.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2015 | 19:22 Uhr

Das Urban Gardening oder urbane Gärtnern auf kleinstem Raum und an eher ungewöhnlichen Orten liegt seit vielen Jahren im Trend. Es ist einer von vielen Versuchen, sich trotz zunehmender Verdichtung auch in den Ballungszentren ein Stück Ursprünglichkeit zu erhalten. Also werden Kräuter, Gemüse und Früchte auf Dächern, Freiflächen neben Bahnhöfen oder am Rand von Spielplätzen angebaut.

Bei den Elmshorner Urban Gardenern, 15 an der Zahl, geht es darüber hinaus um das Gemeinschaftserlebnis. „Sinn des Projektes ist es, selber zu gestalten und ein brach liegendes Gelände mit Leben zu füllen“, sagte Irina Noack, die die Gruppe leitet. Die Wirkstätte der Gärtner liegt auf der Rückseite der Knechtschen Hallen in der Schloßstraße im Hinterhof des Kranhauses. Ein Stück Industriegeschichte, dem die lange Zeit der Nutzlosigkeit nicht wirklich gut bekommen ist. Zerborstene Fensterscheiben, angegriffene Fassaden und schadhafte Dächer zeugen vom Ausmaß des Verfalls.

Dagegen können auch die Urban Gardener nicht anarbeiten, aber sie und andere Ehrenamtliche rücken mit ihrem Engagement diesen Teil der Stadt wieder in den Mittelpunkt. Und während die Politik seit Jahren nach einem tragfähigen Nutzungskonzept und einem Investor sucht, entwickelt sich der schmucklose Hallenhof langsam zu einer grünen Oase. In Hochbeeten reifen Erbsen, Kräuter, Radieschen, Erdbeeren und Salat heran. Blühpflanzen und Büsche teilen sich den Platz in Kübeln, dekorativen Säcken, einem alten Polstersessel oder einer Autokarosserie.

Dass hier nette Menschen eine kleine Idylle geschaffen haben, hat sich rumgesprochen, und insbesondere an den Wochenenden kommen viele Besucher zum Staunen, Gucken und Naschen. Sie bekommen eine Kaffee, finden immer kundige Gesprächspartner und dürfen, wenn sie Glück haben, sogar einen frisch angemachten Salat oder Kartoffeln mit eigenem Kräuterquark probieren. „Wir haben inzwischen auch viele Kindergartengruppen, die uns besuchen“, sagte Irina Noack.

Ihr Hobby führt Generationen und Nationen zusammen. Besonders immer dann, wenn die Stadtgärtner bei der Ausgestaltung anderer Veranstaltungen in den Knechtschen Hallen helfen. Das Generationenfrühstück gehört dazu, auch die Kunsthandwerker-Märkte.

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