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Uetersener Nachrichten

19. November 2017 | 21:14 Uhr

Blütenpracht aus Nepal für Zuhause

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

NaturTiefe Einblicke in die Rhododendrenzucht

Hartwig Schepker (Foto), der wissenschaftliche Leiter des Rhododendron-Parks Bremen, informierte auf Einladung der Rosenfreunde Uetersen im Parkhotel Rosarium über die Vielfalt dieser Pflanzengattung und die optimalen Bedingungen zur Ansiedelung im eigenen Garten. Normalerweise steht bei den „Freunden und Förderern des Rosariums“ die Rose im Vordergrund, denn der Verein kümmert sich um die Attraktivität des Rosariums und pflegt dort auch einige Rosenbeete, wie den „Duftgarten“. Für die vielen Gartenfreunde unter den Vereinsmitgliedern und weitere Interessierte werden jedoch jährlich zwei Vorträge auch zu anderen Pflanzen organisiert.

„Der Rhododendron fühlt sich hier in Norddeutschland mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit sehr wohl“, begründet Vorsitzender Gert Müller das große Interesse an dieser aus dem Himalaja stammenden Blühpflanze. Zur Bremer Rhododendron-Sammlung gehören nahezu 600 Wildarten und mehr als 3000 Züchtungen, und da der Verein persönliche Kontakte dorthin unterhält − Mitglied Armin Eßer hat mit dem wissenschaftlichen Leiter gemeinsam studiert − konnte Schepker als Referent gewonnen werden.


Heimat ist die nördliche Hemisphäre

„Bei der Kultivierung von Pflanzen ist die Natur der beste Ratgeber“, leitete der „Rhodo“-Park-Leiter seinen Vortrag ein. Zunächst zeigte er den rund 35 Gästen daher Bilder davon, wo und unter welchen Bedingungen der Rhododendron natürlicherweise wächst. Diese „artenreichste Gehölzgattung“, zu der auch die Azaleen zählen, kommt hauptsächlich in der nördlichen Hemisphäre vor, in Asien, Europa und Nordamerika. Dabei sind der Vielfalt kaum Grenzen gesetzt: Wird der nepalesische Baum-Rhododendron bis zu 30 Meter hoch, so kriecht eine andere Art, der Rhododendron forrestii, förmlich über den Boden, in den nur zwei bis drei Zentimeter großen Pflanzen gedeihen sieben Zentimeter große rote Blüten. Eine gigantische Vielfalt findet sich im chinesischen Yunnan, denn dort ist das Gebirge durchzogen von Flüssen, und in den extremen Höhenunterschieden finden sich entsprechend viele Sorten.

„Die Naturstandorte sind von hoher Luftfeuchtigkeit geprägt“, erläuterte Schepker, „oft sind es auch wolkige, neblige Gebiete. Außerdem sind hohe Niederschläge nötig und ein saurer, dünner Oberboden.“ Da Rhododendren keine Staunässe vertragen, müsse der Boden drainagefähig sein, so dass das Wasser versickert. Diese Bedingungen gelte es, im eigenen Garten nachzustellen. Bei schweren Böden sei das Anlegen eines Hochbeets mit Drainageschicht empfehlenswert.

Auch bei der Auswahl von Begleitpflanzen guckt der Rhododendron-Experte auf die Natur. „In Nordostindien kommt der Rhodo meist mit Tannen vor“, so das Vorstandsmitglied der Deutschen Rhododendron-Gesellschaft. Aber auch der Ahorn verträgt sich gut mit den Blühern. „Mit dem japanischen roten Fächerahorn und in den Austrieben gefärbten Azaleen lassen sich ganz tolle Gartenbilder erzeugen“, so sein Tipp.

Einer der Referenten für das kommende Jahr steht schon fest: „Wir werden etwas über eine Rosenschule in Bad Nauheim erfahren, die Rosen nach Bioland-Kriterien heranzieht“, informierte Eßer.

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