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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 18:09 Uhr

Seminar : Blinde hören sehr gut

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ausgebucht waren die beiden Seminare zum Thema: Richtiges Verhalten gegenüber erblindeten und sehbehinderten Menschen. Zunächst war eine Zusammenkunft geplant. Doch Organisatorin Alexandra Ohm, die das Seminar in den Räumen des Studienkreises am Großen Wulfhagen unter der Regie des Blinden- und Sehbehindertenvereins, Bezirksgruppe Pinneberg, angeboten hatte, war von dem großen Interesse überrascht worden. So dass ein weitere Seminar am selben Tag angeboten wurde, das ebenfalls schnell ausgebucht war.

Das Interesse am Thema scheint groß zu sein. Vielleicht auch aus Gründen von Unsicherheiten? Alexandra Ohm erklärte den Teilnehmern anhand ihrer Lebenssituation, was blinde Menschen sich von ihrer Umgebung, der Gesellschaft, wünschen. Für welche Hilfen sie dankbar sind und was unterlassen werden sollte. Übungen verliehen der Zusammenkunft einen kurzweiligen Charakter. So sollte mit verbundenen Augen eine Banane mit Messer und Gabel gegessen werden. Oder es wurde eine Teilnehmerin gebeten, einer anderen Besucherin Wasser in ein Glas einzuschenken. Gar nicht so leicht. Doch mit den richtigen Kniffen ging es schließlich. Blinde Menschen müssen das alles lernen und das geschieht auch.

„Nicht so, sondern so“ lautet die Überschrift eines Ratgebers des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenvereins. Auszüge daraus wurden den Teilnehmern vermittelt.

So sollten blinde Menschen nicht geschoben werden. Besser ist es, diese an den Arm zu nehmen und sie zu führen. Falsch ist es demnach, blinde Menschen auf einen Stuhl zu setzen. Besser ist es, Blinden einen Stuhl anzubieten und es dem Gast zu überlassen, davon Gebrauch zu machen. Wer etwas über einen blinden Menschen wissen möchte, sollte nicht dessen Begleitperson ansprechen, sondern die Person, um die es geht, selbst. Schließlich sollte sich jeder vergegenwärtigen, dass Blinde zwar nichts sehen, aber gut hören können. Geflüsterte Bemerkungen („Eine solche Behinderung scheint mir das Schlimmste zu sein. . .“) werden sehr wohl gehört. Blinde Menschen denken darüber übrigens ganz anders.

Für ihre Bereitschaft, zu informieren, wurde der Moorregerin gedankt.

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erstellt am 10.Sep.2015 | 18:31 Uhr

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