Abbrucharbeiten : Bleekerstift: In 14 Tagen kommt der Bagger

Das Bleekerstift könnte auch ein Motiv für den Stromkasten sein.
Das Bleekerstift könnte auch ein Motiv für den Stromkasten sein.

Derzeit wird das Bleekerstift entkernt. 2019 soll das neue Gebäude stehen. Kein Interesse an der Heizungsanlage.

shz.de von
01. Juni 2018, 12:40 Uhr

Uetersen | Im Gebäude riecht es muffig. Der strenge Duft ist den feuchten Wänden im Keller des Bleekerstifts geschuldet. Ganz oben, unter dem Dach des Bestandsgebäudes, arbeiten bei derzeit brütender Hitze die Entkerner − Kolonnen des mit den Abbrucharbeiten beauftragten Unternehmers, die all das aus dem Gebäude herausfräsen, -sägen oder -klopfen, was später als Bauschutt keine Verwendung finden kann. Es ist insbesondere das verbaute Dämmmaterial, das separat entsorgt werden muss.

Das ehemalige Krankenhaus wird komplett entkernt.
Klaus Plath

Das ehemalige Krankenhaus wird komplett entkernt.

 

14 Tage werden diese Arbeiten laut Maik Timm, Architekt der Investorengruppe, andauern. Dann geschieht, was ursprünglich verhindert werden sollte: Der Bagger greift zu und reißt das Bestandsgebäude ein. Wie berichtet, ist es nicht gelungen, das Gebäude zu erhalten. Der Architekt sagt, dass eine Weiternutzung des Hauses kaufmännisch nicht darstellbar ist. Die Initiatoren der Unterschriftenaktion gegen den Abriss des Gebäudes haben sich mit Timm darauf geeinigt, das an selber Stelle ein markanter Neubau entsteht, der an das Bleekerstift erinnert. Schließlich hat die Uetersener Politik dem Abrissantrag zugestimmt.

Im Keller des derzeit noch stehenden Bleekerstiftgebäudes ist es feucht.
Klaus Plath

Im Keller des derzeit noch stehenden Bleekerstiftgebäudes ist es feucht.

 

Vieles ist marode im Gebäudeinneren, doch längst nicht alles. Da ist zum Beispiel die Heizung mit einer Leistung von 600 Kilowatt. Sie ist vor etwa zehn Jahren eingebaut worden und fällt jetzt ebenfalls dem Greifer zum Opfer − weil sie niemand haben will. Die Heizung funktioniere einwandfrei, so Timm, doch natürlich sei die Gewährleistung längst abgelaufen. Und der Stand der Technik könne mit dieser Anlage ebenfalls nicht mehr abgebildet wird.

Die Entkernungsarbeiten haben begonnen.
Klaus Plath

Die Entkernungsarbeiten haben begonnen.

 

Das neue Wohngebiet an der Bleekerstraße soll bereits im kommenden Jahr fertiggestellt werden, auch das neue Gebäude, das als Besonderheit mit dem Bleekerstift-Schriftzug verziert wird und so an das Erbe von Cäcilie Bleeker erinnern soll. Der große Findling, der „Bleekerstein“, wird die Umwidmung vom Krankenhaus zum Wohnpark ebenfalls überlegen. Timm weiß bereits, wo er ihn aufstellt: am Ende der Erschließungs- und Anliegerstraße − inmitten des neues Quartiers.

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