Initiative zur Erhaltung des Gebäudes : Bleekerstift: Diese Uetersener haben schon 700 Unterschriften gesammelt

Johann Otto Plump (von links), Rudolf Kleinwort, Gisela Plump, Elsa Plath, Uwe Staack und Brigitte Brennecke werden am Donnerstag die von ihnen gesammelten Unterschriften überreichen. Ihr Ziel ist es, das Altbäude des Bleekerstifts an der Bleekerstraße zu erhalten.
Johann Otto Plump (von links), Rudolf Kleinwort, Gisela Plump, Elsa Plath, Uwe Staack und Brigitte Brennecke werden am Donnerstag die von ihnen gesammelten Unterschriften überreichen. Ihr Ziel ist es, das Altbäude des Bleekerstifts an der Bleekerstraße zu erhalten.

Die Übergabe ist für Donnerstagabend während der Sitzung des Bauausschusses im Rathaus geplant.

shz.de von
17. April 2018, 16:05 Uhr

Uetersen | Mehr als 700 Unterschriften empörter Bürger sollen am Donnerstagabend während der Sitzung des Ausschusses für Bau-, Umwelt- und Verkehrswesen der Stadtverwaltung übergeben werden. Die Uetersener Initiative, die sich vor etwa einer Woche spontan zusammenfand, möchte erreichen, dass das Hauptgebäude des Bleekerstifts an der Bleekerstraße erhalten bliebt und nicht, wie vom Uetersener Architekten Maik Timm im Auftrag der dort tätigen Investoren, beantragt, dem Abrissbagger zum Opfer fällt.

„Die Abwägung von Stellungnahmen pro und contra ‚Bleekerstift’ ist von öffentlichem Interesse. Aus fachlicher Sicht ist jedoch die historische und stadtgestalterische Bedeutung des Hauptgebäudes ‚Bleekerstift’ hervorzuheben und aus diesem Grunde auch die Erhaltung der ‚Urzelle’ der baulichen Anlage anzustreben. Das Gebäude bildet mit dem Bleekerpark und dem Ludwig-Meyn-Gymnasium ein Ensemble des Stadtgefüges, das insbesondere aufgrund seiner geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung zu erhalten ist“, so lautet das Fazit der Verwaltung zur Vorlage an die Politiker, die am 19. April zum letzten Mal in dieser Legislaturperiode im Ratssaal zusammenkommen, und sich mit dem Abrissantrag des Architekten befassen müssen. Stoppen können die Vertreter von CDU, SPD, Grünen und BfB diesen mithilfe der von der Stadt einst erlassenen Erhaltungssatzung, durch die ortsbildprägende Gebäude geschützt werden.

Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz

„Das Gebäude muss stehen bleiben“, sagt Elsa Plath aus dem Kreise der Bürger, die sich um den Erhalt des Gebäudes an der Bleekerstraße stark machen, am Montag gegenüber shz.de. Die Gruppe, zu der unter anderem auch Johann Otto Plump vom Verein „Historisches Uetersen“ und der Seniorenbeiratsvorsitzende Uwe Staack gehören, hat das Gebäude begangen. „Bei unserer Begehung haben wir heile Wände, wunderbare Holztüren und ein intaktes Dach vorgefunden. Man könnte viel daraus machen“, argumentiert Plath. Das Gebäude könne rot verklinkert und anschließend gedämmt werden. „Ich sehe kein Problem.“ Das Problem, weil unwirtschaftlich, seien die vier Meter hohen Wände des zweigeschossigen Gebäudes, erläutern Plump und Brigitte Brennecke von der Initiative. Doch sei das Gebäude nicht denkmalgeschützt, die Fenster könnten in ihrer Höhe somit verändert werden. Es sei also auch möglich, eine dritte Ebene in das vorhandene Gebäude einzuziehen. Zumal, wenn die Option gewählt werden sollte, zumindest die historische Fassade mit dem Schriftzug stehen zu lassen. Diese Variante wird innerhalb der Initiatoren ebenfalls für möglich gehalten. Es sei vor Jahrzehnten beim Umbau des ehemaligen Schauburg-Kinos an der Kirchenstraße eine Fassade stehen geblieben, die heute die Altstadt schmücke.

„70 Prozent derer, die ihre Unterschrift gegeben haben, haben gesagt, dass die Stadt das Gebäude kaufen und dort ihr Archiv unterbringen könnte“, sagt Staack. Diese pflichtige Aufgabe erfordere großen Platzbedarf, betonen Plath, Plump, dessen Frau Gisela, Brennecke, Staack, Rudolf Kleinwort (vom Seniorenbeirat) einmütig. Aber auch eine Seniorenwohnanlage kann sich die Gruppe dort vorstellen. Nicht nur die Unterschriften sollen am Donnerstag übergeben werden, die Gruppe möchte von der Politik auch wissen, was diese zu tun gedenkt, um das Stiftsgebäude zu erhalten. Folgen die Ausschussmitlieder der Verwaltungsvorlage, wird die Genehmigung für den Abbruch des Gebäudes nicht erteilt. Sitzungsbeginn ist um 19 Uhr.

Unterschrieben werden kann noch bis Mittwoch im Presse-Café, beim Schlüsseldienst Spangenberg, bei Uhren-Bentien und in der Engel-Apotheke.
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