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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 14:17 Uhr

Berufsschule : Bitte um Hilfe verhallt bislang

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Kreistag hat dem Landrat grünes Licht gegeben, im kommenden Jahr in der Verwaltung mehr als 40 neue Stellen zu schaffen. Damit soll in erster Linie der durch die verstärkte Zuwanderung von minderjährigen alleinreisenden Flüchtlingen entstandene Mehrbedarf abgedeckt werden. Aber auch die Rettungsleitstelle bekommt mehr Personal. Die Berufliche Schule in Pinneberg dagegen hängt weiter in der Warteschleife. Vor einem Jahr hatte Schulleiter Ulrich Krause eine Ausweitung der Schulsozialarbeit um eine Stelle beantragt. Passiert ist bislang nichts. Beobachter machen dafür vor allem die Verwaltung verantwortlich.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 20:04 Uhr

3800 Schüler an der Pinneberger Berufsschule müssen mit einer Schulsozialarbeiterin auskommen. „Das reicht nicht“, sagte Schulleiter Ulrich Krause. Grund seien keineswegs allein die Flüchtlinge, sondern auch die deutschen Jugendlichen, die zunehmend ihre Probleme an die Berufsschule mitbringen.

Vor allem kurz vor den Sommerferien, „wenn die Schüler merken, dass ihre Leistungen nicht reichen“, und in der Weihnachtszeit, wenn Einsamkeit und familiäre Schwierigkeiten den Jugendlichen besonders zusetzen, kommt es immer wieder zu Konflikten, die die Schulsozialarbeiterin allein nicht auffangen kann. Dass sein Antrag seit einem Jahr in der Verwaltung festhängt, hat die Situation an der Schule verschärft. „Hier werden Problemlagen verschleppt“, so der Schulleiter, der bei den jungen Flüchtlingen wegen ihrer Entwurzelung, mangelnden sozialen Bindungen und traumatischen Fluchterlebnisse zunehmend die Gefahr einer Radikalisierung sieht.

Während der Sitzung des Kreistages am Mittwoch appellierte Schulausschussvorsitzende Kerstin Seyfert (CDU) deshalb dringlich an die Abgeordneten, dem Antrag ihrer Partei auf Bewilligung einer zusätzlichen Stelle zuzustimmen. Es gehe darum, der Schule schnell zu helfen, sagte sie und lieferte damit auch den Grund dafür, warum der Antrag nicht zuerst den Mitgliedern des zuständigen Schulausschusses vorgelegt wurde.

Sven Lange, Chef der Fraktion von Piraten/Die Linke, hatte Verständnis für diesen Weg und drückte ebenfalls aufs Tempo. „Schulsozialarbeiter wachsen derzeit nicht gerade auf den Bäumen, und wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir schnell handeln“, sagte er. SPD und Grüne pochten dagegen auf den üblichen Beratungsweg und forderten eine Stellungnahme des Schulausschusses vor einer Entscheidung des Kreistages.

Sie setzten sich am Ende durch. Nun wird das Thema voraussichtlich erst im kommenden März abschließend entschieden.

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