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Politkabarett zur Landtagswahl : Bissig, frech, witzig und aktuell

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ist Politkabarett vom Feinsten. Die Uetersener Hagebuttenbühne hat am Wochenende in Heist ihr neues Programm vorgestellt. Kurz vor der Landtagswahl vollzog die Laientruppe einen politischen „Kassensturz“, so der Titel des Abends. In 17 Sketchen rechneten Susi Braun, Michael Lohmann, Sven Hahlbrock, Lydia Heppner, William Meier und Sandra Faulhaber in der Aula der Grundschule mit Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern ab – scharfzüngig, pointiert und hintersinnig.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2012 | 21:36 Uhr

Jeder bekam sein Fett ab. „Christian von Appen“ tischt der Fernsehmoderatorin „Anne Möchte“ ein sparsames Bildungskonzept auf: „Wenn alle gutaussehenden Mädchen mit 16 die Schule verlassen, kann man die Klassenstärke verringern“, sagt er. Die jungen Frauen sollten lieber Politiker betreuen – eine Anspielung auf die Affäre des CDU-Landtagsabgeordneten Christian von Boetticher.

Eine Persiflage der TV-Sendung „Bauer sucht Frau“ nahm die Koalitionsverhandlungen in Schleswig-Holstein vorweg. „Bauer Jost“ soll von seinem Vater „Peter Harry“ einen 1,59 Millionen Hektar großen Hof erben; so viel umfasst die Fläche des Bundeslandes. Zur Verstärkung sucht der Bauer eine Partnerin. Als Sicherheiten bietet er „einen Sauhaufen und Stroh“. „Das brauchen wir alle vier Jahre fürs Strohfeuer“, so „Bauer Jost“. „SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig“ weist „Parteichef Ralf Stegner“ an, die Grünen zu unterwandern. Als Transvestit verkleidet hätte er dort Chancen auf einen guten Posten. Den HSH-Nordbank-Skandal verglichen die Mimen mit dem Untergang der Titanic. Als der Eisberg auftaucht, soll der Kapitän gegensteuern. „Gute Idee, mit Steuern haben wir noch jedes Problem gelöst“, so ein Matrose. Auch die FDP, die Gesundheitsreform, die Affäre um den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff, das Schicksal von Hartz-IV-Empfängern und Rentnern nahmen die Hagebutten aufs Korn.

Requisisten und Kostüme setzten sie sparsam dosiert ein. Im Vordergrund stand der Wortwitz aus den Federn der Darsteller Susi Braun und Lydia Heppner sowie der Journalisten Kai Riedemann und Frank Knittermeier. Und die Bilanz des „Kassensturzes“? „Money, money, alles kann i, nur net richtig sparn“, sang die Truppe. Mit dieser Abwandlung eines Abba-Hits entlarvten sie die Politiker jeder Couleur. Die Aula blieb bei der Premiere zwar zu mehr als der Hälfte leer, doch die 40 Besucher waren begeistert.

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