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Geruchsproblematik : Biofilter sorgen für sauberere Luft

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der heiße Sommer 2009 ist so manchem Hetlinger noch in unguter Erinnerung.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2011 | 21:18 Uhr

Kräftiger Gestank waberte damals regelmäßig vom Klärwerk in Richtung Dorf. Gesteigert wurde die Säuernis als die Heltinger erfuhren, dass man beim Abwasser-Zweckverband (azv) Südholstein bereits seit vier Jahren von den Problemen wusste, jedoch weder Politiker noch Bürger informierte.

Nun ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Geruchsproblematik getan. Die Arbeiten an einem Biofilter sind abgeschlossen worden. „Damit haben wir eine wesentliche Quelle erledigt“, erklärt Vorstand Lutz Altenwerth. Andere Geruchsauslöser kämen auch noch dran. Wann dies geschehen wird, lässt der azv-Vorstand offen. Gemeinsam mit anderen Maßnahmen werde es abgearbeitet, so Altenwerth. Rund fünf Millionen Euro investiert der azv insgesamt in die Verbesserung der Abluftbehandlung.

Abgeschlossen wurden die Arbeiten am Biofilter mit einer spektakulären Aktion. Ein Sondertransporter brachte einen 20 Meter langen Schornstein auf das Klärwerksgelände. Um die Edelstahlröhre mit einem Durchmesser von 1,30 Metern und einem Gewicht von circa fünf Tonnen genau zu platzieren, war Präzisionsarbeit nötig. Mithilfe von zwei Autokränen wurde der Schornstein zunächst vom Lkw abgeladen, aufgerichtet und anschließend passgenau auf dem Kaminfundament zwischen den zwei Kammern der neuen Anlage positioniert.

Der neue Biofilter arbeitet bereits seit Anfang September. Er reinigt die Abluft aus dem Zulaufpumpwerk, dem Rechengebäude und dem Zentrifugenraum. Dies sind die größten Geruchsverursacher im Klärwerk.

Darüber hinaus wird auch die Abluft auf rund 1,5 Kilometern im Zulaufkanal zum Klärwerk abgesaugt und ebenfalls über den neuen Biofilter gereinigt. Die beiden Kammern der Anlage sind mit je rund 600 Kubikmeter Wurzelholz gefüllt. Die darauf angesiedelten Mikroorganismen entfernen die Geruchsstoffe aus der vorbeiströmenden Luft. „Es hat eine Weile gedauert, bis die Mikroorganismen sich ausreichend vermehrt haben. Inzwischen arbeitet die Anlage gut und kann bis zu 45000 Kubikmeter Luft pro Stunde reinigen“, sagt Heiko Menz, Projektleiter beim azv.

Der Schornstein sei „das I-Tüpfelchen“ des neuen Biofilters. „Restliche, noch vorhandene Geruchsstoffe werden über den Schornstein in höhere Luftschichten geleitet und dort von den Höhenwinden verwirbelt“, so Menz.

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