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Haus der kleinen Forscher : Bildung zu den Akten gelegt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nun also doch: Die Gremien des Kreisjugendringes (KJR) haben sich darauf verständigt, das Projekt „Haus der kleinen Forscher“ wegen fehlender Mittel zu beenden. Vorsitzender Andreas Dirbach (kl. Foto: cel) bezeichnete das Ende als einen herben Schlag nach sechs Jahren erfolgreicher Arbeit für die frühkindliche Bildung im Kreis Pinneberg. Das „Haus der kleinen Forscher“, initiiert von der gleichnamigen Stiftung mit Sitz in Berlin, gilt als größte Frühbildungsinitiative Deutschlands und unterstützt Pädagogen dabei, den Wissensdrang und Forschergeist von Kindern im Kita- und Grundschualter qualifiziert zu begleiten. Lokale Netzwerke wie das in Pinneberg werden in die Lage versetzt, den Auftrag der Stiftung regional umzusetzen.

shz.de von
erstellt am 22.Mär.2015 | 19:09 Uhr

Nun stellt der Kreis Pinneberg auf der Grundlage eines Kreistagsbeschlusses vom Dezember die finanzielle Unterstützung ein. Damit fehlt dem Kreisjugendring das Geld, das Projekt weiter zu führen. „Bildungsarbeit in dieser qualitativ hochwertigen Form ist ehrenamtlich nicht zu leisten“, sagte KJR-Vorsitzender Andreas Dirbach. Inzwischen sind auch die Bemühungen, das Land und die Wirtschaft ins Boot zu holen, gescheitert. Beide hätten keine Bereitschaft gezeigt, in die Finanzierung einzusteigen, so Dirbach.

„Verantwortungslos und wenig wertschätzend“ nannte KJR-Geschäftsführer Ingo Waschkau die Entscheidung des Kreises Pinneberg. „Der negative Kreistagsbeschluss zeigt, wie wenig Interesse daran besteht, den pädagogischen Fachkräften passgenaue anspruchsvolle und kostengünstige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu offerieren“, kritisierte Ingo Waschkau. Das Projekt bezeichneten Waschkau und Dirbach als eine Erfolgsgeschichte: In den vergangenen sechs Jahren sind in 77 Workshops 315 Pädagogen insgesamt 840 Mal geschult worden. 24 Mal konnte die Forscherplakette an Kindergärten im Kreis Pinneberg übergeben werden, die Eltern deutlich macht, dass die Kinder hier spielerisch, aber auf hohem Niveau an naturwissenschaftliche Phänomene herangeführt werden.

Mehr als enttäuscht sei sie, sagte auch Netzwerk-Koordinatorin und stellvertretende KJR-Geschäftsführerin Birgit Hammermann, „zumal dieses wertvolle Projekt von der Politik an den Kreisjugendring herangetragen wurde und wir seitdem das größte und erfolgreichste Netzwerk in Schleswig-Holstein mit sehr guten bis hervorragenden Bewertungen aufgebaut haben“. Das „Haus der kleinen Forscher“ ist Bestandteil des Koalitionsvertrags von CDU/CSU und SPD in Berlin. Ziel ist es, noch in diesem Jahr 80 Prozent aller Kindertagesstätten zu erreichen.

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