Kapazitätsprobleme an der Friedrich-Ebert-Schule : Bildung: Politiker zeigen Geschlossenheit

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Was tun, wenn’s kneift? Die Ursache abstellen! Was beim Hosenkauf mit begrenzten Mitteln möglich erscheint, gleicht beim Thema Schule einer Quadratur des Kreises. Insbesondere dann, wenn alle Seiten zufrieden gestellt werden sollen. Und das sind auf der einen Seite die Lehrer, Eltern und Schüler, auf der anderen Seite der Schulträger, der das Geld verwalten muss, im vorliegenden Fall die Stadt.

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08. Mai 2015, 18:55 Uhr

Im Bildungsausschuss ging es am Donnerstagabend um die Friedrich-Ebert-Schule. Und dabei zunächst um den Wunsch der Schulleitung, die Dreizügigkeit zu erhalten - aus pädagogischen Gründen, wie formuliert worden war. Ein Erweiterungsbau um zwei Räume, direkt auf dem Schulgelände, sollte her, um den Kapazitätsproblemen Herr zu werden. Die Wählergemeinschaft BfB hatte sich nach intensiver Beratung dazu entschlossen, dem Begehren der Schule zu entsprechen. Petra Jäger formulierte während eines Redebeitrags mehrere Gründe, die für einen Erweiterungsbau an der Berliner Straße sprechen würden: so beschule die Bildungseinrichtung derzeit 277 Schüler, und das werde auch in Zukunft so sein.

„Vergessen sollten wir hierbei nicht die Anzahl der noch kommenden Flüchtlinge, die wir hier noch gar nicht beziffern können und die Anzahl der Kinder, den so genannten Rückläufern, aus der dreijährigen Eingangsphase.“

Die BfB-Politikerin arbeitete acht gewichtige Nachteile heraus, die sich bei einer Zweizügigkeit der Schule (und einer von manchen favorisierten Vierzügigkeit an der Birkenalleeschule) ergeben würden und stellte diesen die Kosten gegenüber.

Nach Einschätzung der BfB lohne sich ein Erweiterungsbau, weil eine Zurückstufung der Ebert-Schule auf eine Zweizügigkeit auf der einen Seite eine „absolute Verschlechterung unserer Schullandschaft in Uetersen“ darstelle und die Kosten für einen Erweiterungsbau nicht so hoch seien, um diese Nachteile aufzuwiegen. Das Kostenargument ziehe also nicht.

Einen Neubau konnten sich CDU, SPD und Grüne zumindest nicht ohne vorherige Prüfung aller Alternativen vorstellen.

Die CDU beabsichtigte, wie bereits vorgestellt, den Tausch der Schulgebäude (Friedrich-Ebert-Schule und Geschwister-Scholl-Schule).

Die SPD hatte sich dem Verwaltungsvorschlag angeschlossen, nach dem die Mitarbeiter beauftragt werden sollen, die Möglichkeiten einer Kapazitätsbegrenzung auf zwei Züge an der Friedrich-Ebert-Schule und einen Ausbau des Standortes Birkenallee zu prüfen.

Die Grünen hatten ebenfalls einen Antrag erarbeitet, nach dem unter anderem die Machbarkeit eines Erweiterungsbaus an der Berliner Straße geprüft werden sollte.

Die Gefahr, dass man sich „tot stimmt“, war groß.

Doch die Bildungspolitiker sind stets bemüht, ein einheitliches Erscheinungsbild abzugeben, fühlen sie sich doch der Sache verpflichtet. So verständigten sich die Fraktionen während einer Auszeit von 15 Minuten darauf, einen gemeinsamen Prüfantrag zu stellen, der bis zum August von der Verwaltung abgearbeitet werden soll, um auf Grundlage der dann feststehenden Machbarkeiten eine Entscheidung herbeiführen zu können. Friedrich-Ebert-Schule: Das soll nun geprüft werden

Von den Bildungspolitikern beschlossen wurde:

Die Verwaltung wird beauftragt:

* die Möglichkeiten einer Kapazitätsbegrenzung auf zwei Gleise (Züge) an der Friedrich-Ebertschule und eine Nutzung des Standorts Birkenallee auf vier Gleise (Züge) zu prüfen. Die Verwaltung entwickelt einen Ablaufplan, bei dem die Schulleiter der Grundschulen und des Förderzentrums hinzugezogen werden.

* die Kosten eines Neubaus an der Friedrich-Ebert-Schule in der Größenordnung von 160 Quadratmetern zu prüfen.

*die Kosten für den Kauf und den Aufbau eines modularen Schulraumsystems (Container) auf dem Gelände der Friedrich-Ebert-Schule zu prüfen. *den Tausch der Schulen Friedrich-Ebert und Geschwister-Scholl zu prüfen. Die Verwaltung prüft dabei auch die Umzugskosten sowie Förderungsmittel sowie eventuelle Umbaukosten. * die Nutzung der Kleinen Stadthalle alleine durch die Friedrich-Ebert-Schule auf Durchführbahrkeit und Kosten zu prüfen.

Die Unterlagen sind den Mitgliedern bis zum 30. August vorzulegen.

Bürgervorsteher Bergmann hatte angeregt, sich vor der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses, nach den Sommerferien, zusammenzusetzen, um abschließende Fragen zu klären. Möglicherweise ist darüber ein einheitliches Erscheinungsbild der Politik in dieser schwierigen Frage möglich. So war es auch vor sechs Jahren, als der einstimmige Beschluss erfolgt war, die Grundschule „Am Roggenfeld“ aufzugeben.

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