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Museum Langes Tannen : Bilder und Böllerschüsse

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Dem Optiker Fielmann ist es zu verdanken, dass das Museum Langes Tannen um zwei wertvolle Exponate bereichert worden ist. Gestern übergab Saskia Lescow, Leiterin der Fielmann-Niederlassung in Elmshorn, Museumsleiterin Dr. Ute Harms zwei Portraits, gemalt vermutlich 1838. Sie zeigen den gebürtigen Dänen Albert Hermansen (1812 bis 1878) und seine Frau Catharina, geborene Schlaikier. Vermutlich handelte es sich um Auftragsarbeiten anlässlich der Hochzeit des „Hebungsbeamten“ (Zollverwalter) für den Stationsplatz der Altonaer-Kieler Eisenbahn zu Tornesch“ und der Gebürtigen Eikensunderin (1809 bis 1893).

Das Museum in Langes Tannen hatte bereits in der Vergangenheit von der Kulturförderung durch die Fielmann-AG profitieren können. Diesmal, so freute sich die Museumsleiterin, sei der Ankauf für die Stadtgeschichte von hoher Bedeutung. Beide portraitierten Personen waren in Uetersen ansässig, und beide wurden in Festkleidung des frühen Biedermeier abgebildet. Genau die Zeit, die sich im Herrenhaus über die Permanentausstellung (bürgerliche Wohnkultur im frühen 19. Jahrhundert) widerspiegeln soll. Jürgen Ostwald, der den Ankauf für die Fielmann-Niederlassung tätigte, lobte die handwerklich sehr gute Arbeit des Portraitmalers. Es habe damals in Schleswig-Holstein nicht viele Künstler gegeben, die ein solches Können besessen hätten.

Albert Hermansen wurde südlich von Fünen geboren. Er entstammt einer alten Schiffseigner-Familie. In den 1840-er Jahren wurde er Zollverwalter in Uetersen. nach dem deutsch-dänischen Krieg wurde Hermansen 1864 als dänischer Beamter entlassen, blieb aber bis zu seinem Tod in Uetersen.

Seine Frau Catharina Christina kam aus einer vermögenden Ziegeleibesitzer-Familie, die es in Nordschleswig noch heute gibt. Nach dem Tode ihres Mannes zog sie nach Altona und starb dort auch.

Zitat aus dem Jahrbuch für den Kreis Pinneberg (1920): „Es gab auch nur einen einzigen dänischen Beamten in Uetersen. Das war der Zollverwalter Hermansen. Er wusste den Leuten Verbindliches zu sagen und stand mit den besten Familien in Verkehr, wobei ihn und seine Söhne und Töchter die der ganzen Familie eigene musikalische Begabung noch besonders unterstützte. Er bezeugte seine dänische Gesinnung alljährlich am 6. Oktober, dem Geburtstag des Königs Friederich VII., durch Böllerschüsse. . .“

Toleranz wurde damals groß geschrieben: Man ließ ihn gewähren, er war schließlich Däne.

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erstellt am 12.Apr.2012 | 21:04 Uhr

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