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Hauptversammlung : „Big Foot“ im letzten Moment gerettet

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Es geht uns nicht besonders gut, aber es geht uns auch nicht besonders schlecht“, fasste Volker Hauschildt die finanzielle Situation des Wassersport-Clubs Haseldorf zusammen. Eine notwendige Reparatur des Entschlickungsbootes „Big Foot“, mit dem die Freizeitschiffer den Haseldorfer Hafen befahrbar halten, hatte im vergangenen Jahr ein Loch in die Vereinskasse gerissen. Doch dank der Aufnahme von sieben Neumitgliedern blickt der Vereinsvorsitzende zuversichtlich in die Zukunft. „Wir können unsere anstehenden Investitionen ruhigen Gewissens bezahlen“, sagte er.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 20:42 Uhr

Für die Instandsetzung des Entschlickungsbootes hatte der Verein in seinem Haushalt 6000 Euro bereitgestellt. Die Reparaturkosten, die anfielen, lagen bei gut 13000 Euro. Zahlreiche Bleche waren am Durchrosten und mussten ausgewechselt werden. „Mit der Maßnahme konnte ,Big Foot’ im letzten Moment gerettet werden. Ansonsten hätten wir uns ein neues Entschlickungsboot leisten müssen“, machte zweiter Vorsitzender Dieter Sellmann deutlich.

Vorsitzender Hauschildt, der neben den Vereinsmitgliedern, die laut Satzung in Haseldorf, Hetlingen und Haselau leben müssen, auch Gastleger aus der Umgebung begrüßen konnte, ließ die Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren. Gesellige Höhepunkte waren eine Geschwaderfahrt nach Borsfleth, die Vereinsweihnachtsfeier und der Neujahrsempfang mit über 100 Gästen im Vereinsheim am Hafen. Ellen Sellmann erhielt vom Vorsitzenden einen Blumenstrauß für ihr Engagement.

Lob gab es auch vom stellvertretenden Vorsitzenden. „Viele Gastleger helfen, obwohl sie es nicht müssten“, sagte er. Anderen trat er auf die Füße: „Vielleicht ist das für einige Mitglieder ein Ansporn, sich bei den Arbeitsdiensten ebenfalls einzubringen.“ Dieter Sellmann dankte dem Festausschuss, den Hafenmeistern Heiner Koopmann und Bruno Klapp und ihren Vertretern sowie verschiedenen Arbeitstrupps für ihre Bereitschaft anzupacken. Aus ökonomischen Gründen bat er die Mitglieder, die das bisher versäumt haben, ihre Mailadresse an den Verein weiterzuleiten.

Der Stellvertreter machte auf ein Problem aufmerksam: Der Hallenplatz wird knapp. Der Verein hat deshalb bereits eine Scheune in Kamperrege angemietet. „Wir denken darüber nach, unsere neue Halle in Richtung Deich zu erweitern“, sagte er. Außerdem sollen Besitzer alter, ungenutzt herumstehender Schiffe angesprochen werden, ob sie den Platz räumen könnten. Kassenwart Wolfgang Wilkens konnte berichten, dass der Verein im vergangenen Jahr rund 2600 Euro erwirtschaftet hat. Ohne die unvorhergesehen große Ausgabe für die „Big Foot“-Reparatur würde der Verein finanziell noch besser dastehen. So musste die Tilgung des Vereinsdarlehens ausgesetzt werden. Insgesamt blicken die Mitglieder des Wassersport-Clubs mit Stolz auf ihren Haushalt. Innerhalb von knapp zehn Jahren konnten sie die Darlehenssumme von 246000 Euro, die 2007 für eine neue Bootshalle und die Sanierung der alten Halle aufgenommen wurde, auf 26000 Euro schrumpfen.

Nach dem Bericht des Kassenwarts erteilte die Versammlung dem Vorstand einstimmig Entlastung.

Für 40-jährige Zugehörigkeit zum Wassersport-Club Haseldorf ehrte Volker Hauschildt die Mitglieder Klaus Gerken, Hermann Holtorf, Georg Gerdsen, Rolf Linde, Horst Röstel, Hermann Röttger und Ernst-Otto Rellensmann.

Jubilar Rellensmann wurde außerdem zum Ehrenmitglied ernannt. Er ist Gründungsmitglied und bekleidet seit vier Jahrzehnten den Posten des Schriftführers. Einstimmig bestätigte die Versammlung den stellvertretenden Vorsitzenden Dieter Sellmann in seinem Amt, das in in diesem Jahr das einzige war, das zur Disposition stand. Neu in den Wassersport-Club aufgenommen wurden Monika Eisengarten, Anna Hauschildt, Andrzy Hentszel, Karsten Röder, Joshua Spielhagen, Nils Walter und Andreas Wagner.

Geteilte Meinungen zum Hafenausbau:

Am Ende der Hauptversammlung des Wassersport-Clubs Haseldorf ergriff Bürgermeister Uwe Schölermann das Wort. „Die Metropolregion hat 88000 Euro für das Projekt touristischer Ausbau des Haseldorfer Hafens bewilligt. Mit den 100000 Euro, die die AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest bereitgestellt hat, sind das knapp 190000 Euro“, berichtete er den Freizeitschiffern. Doch nicht bei allen stieß er auf positive Resonanz. Verschiedene Punkte bereiten den Mitgliedern des Wassersport-Clubs Kopfschmerzen. Stellvertretender Vorsitzender Dieter Sellmann beanstandete, dass nicht genügend Vorschläge der Wassersportler in die bisherigen Entwürfe eingeflossen seien. „Eine Sanierung der Kaimauer, die in einem schlechten Zustand ist, ist beispielsweise nicht berücksichtigt worden“, sagte er. Ferner ist die Straße „Achtern Dörp“, die Zufahrtsstraße zum Hafen, sehr schmal. Sie wird von den Seglern und Motorbootfahrern genutzt, um ihre Boote zur Slipanlage und zurück zu transportieren.

Auch das Entschlickungsboot, mit dem der Verein den Hafen schiffbar hält, muss das Nadelöhr queren und passt nur beim Linksabbiegen um die Kurve durch die Deichstöpe. „Es ist nicht geplant, die Straße Achtern Dörp in eine Einbahnstraße zu verwandeln“, begegnete Schölermann anders lautenden Aussagen. Er stellte eine Einwohnerversammlung zum Themen „Hafenausbau“ in Aussicht und versicherte: „Wenn die Mehrheit den Ausbau nicht will, geben wir die Gelder zurück und lassen es.“ Er ergänzte: „Wir sind in der Planungphase. Der Ausbau wird jetzt erst in den Ausschüssen besprochen und die Ausschüsse sind öffentlich.“

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