Faulbrut : Bienenseuche: Imker atmen auf

Die Bienenseuche ist offenkundig besiegt! In einer gestern veröffentlichten Erklärung hat der Kreis Pinneberg den Sperrbezirk wieder aufgehoben. Grund für die drastische und im Dezember vergangenen Jahres angeordnete Schutzmaßnahme: In einem Rellinger Bienenstand war die Amerikanische Faulbrut (AFB) ausgebrochen.

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03. Juli 2014, 21:02 Uhr

„Die Nachuntersuchungen der im Sperrbezirk befindlichen Bienenvölker haben keine weiteren Anhaltspunkte auf Amerikanische Faulbrut ergeben“, sagte die amtliche Tierärztin Ina Früchtenicht. Sie gelte daher als erloschen, die angeordneten Schutzmaßnahmen würden aufgehoben.

Nach Ausbruch der durch Bakterien ausgelösten Faulbrut waren die Kommunen Rellingen, Halstenbek und Ellerbek von den Veterinärmedizinern des Kreises zum Sperrgebiet erklärt worden.

Für die Imker hatte das zur Folge, dass die mobilen Bienenstände im Gebiet nicht bewegt, Bienen, Wachs, Wabenteile, Futtervorräte und benutzte Geräte aus den Kästen nicht entfernt werden durften. Die Bakterien bewirken, dass aus der Brut der Bienen eine bräunliche Masse wird, Nährboden für die resistenten Sporen. Erwachsene Bienen erkranken zwar nicht, aber die Nachkommenschaft verendet, das Volk stirbt aus. Für die Imker ist der Kampf gegen die Faulbrut ein harter. Die Völker werden umgesetzt, der ehemalige Stock und alles, was mit den Bienen in Berührung gekommen ist, muss in Natronlauge ausgekocht werden. Immerhin lässt sich der Honig auch in dieser Zeit vermarkten, die Bakterien sind für den Menschen nach offiziellen Angaben ungefährlich. Im Kreis Pinneberg blieb es bei dem einen entdeckten Fall, dem ersten seit vielen Jahren. Regelmäßig werden die Bienenvölker von Amtstierärzten überwacht, um im Falle einer Seuche wie der Faulbrut sofort reagieren und eine Ausbreitung verhindern zu können. Problem sind dabei allerdings die nicht angemeldeten Bienenvölker, zumeist solche, die Hobby-Imkern gehören.

Im Kreis Pinneberg gibt es derzeit fünf Imkervereine mit zusammen etwa 50 Mitgliedern. Ihre Zahl steigt seit einiger Zeit wieder, nachdem sich die Verbände viele Jahre über einen stetigen Rückgang des allgemeinen Interesses an dem Hobby beklagt hatten. Der Deutsche Imkerbund (DIB) bezeichnete die Biene nach Rind und Schwein als drittwichtigstes Nutztier vor allem in Obstanbaugebieten wie Haseldorfer Marsch und Altes Land. Laut DIB sind drei bis vier Bienenvölker nötig, um einen Hektar Kernobstbäume ausreichend zu bestäuben.

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