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Uetersener Nachrichten

11. Dezember 2017 | 05:38 Uhr

Kohlekraftwerke : BI stellt die Gretchenfrage

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bohrende Fragen werden sich die hiesigen Landtagsabgeordneten und -kandiaten sowie die schleswig-holsteinischen Spitzenpolitiker auf Wahlkampftour in den kommenden Wochen von den Sprechern der „Bürgerinitiative gegen massive umweltbelastende Industriekonzentration in Stade“ stellen lassen müssen. „Seid ihr für oder gegen Kohlekraftwerke an der Elbe?“, will die BI wissen.

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2012 | 21:04 Uhr

Seit der Gründung der Initiative 2010 hat man auf relativ engen Kontakt zu E.on und Dow gesetzt, die in Stade Kraftwerke bauen wollen, so BI-Sprecher Niels-Peter Rühl während eines Pressegesprächs. Grundsätzlich hält man es zwar mit den Erkenntnissen des Bundesumweltamtes und des Sachverständigenrates für Umweltfragen der Bundesregierung.

Die Experten sind der Meinung, eine Energiewende ohne den Bau neuer Kohle- oder Gaskraftwerke ist durchaus machbar. Doch wenn es sich schon nicht verhindern lässt, dann setzen die Marschmer auf Gas- statt auf Kohlekraft. „Die Emissionen gehen gegen Null“, begründet der Sprecher, „und der Kohlendioxid-Ausstoß könnte halbiert werden.“ Als „totalen Affront“ bezeichnet Peter Kelting, was der BI im Namen des E.on-Chefs Johannes Teyssen Anfang 2012 auf eine Bitte zum intensiveren Dialog geantwortet hatte. Danach gibt es für das Energieversorgungsunternehmen nur das Ziel, in Stade ein Kohlekraftwerk zu bauen. Sämtliche, von der Bürgerinitiative geführten Gespräche waren also überflüssig.

Nun will man den Druck auf E.on erhöhen, und zwar über die Politik. Die Herren de Jager, Carstensen, Albig und McAllister werden während ihrer Veranstaltungen mit den Fragen der Marschmer konfrontiert. „Wenn es den politischen Willen zum Atomausstieg gibt“, erklärt BI-Sprecher Joachim Pragal“, dann muss es auch die politische Entscheidung geben können, keine Kohlekraftwerke mehr zu bauen.“

Und mit dem Blick auf die kraftwerksfreundlichen Positionen in der schleswig-holsteinischen Politik stellt Harald Jürgs fest: „Wer zu dem Projekt in Brunsbüttel „Ja“ sagt, kann zu Stade nicht „Nein“ sagen.“ Druck auf E.on und Dow erhofft man sich bei der BI auch über das demnächst beginnende Verfahren zu den Bebauungsplänen in Stade. Das Hamburger Rechtsanwaltsbüro Günther vertritt die Gemeinden von Marsch und Geest in diesem Verfahren. Rühl hofft: „Vielleicht schaffen wir es wie im Fall Electrabel, den Bau zu verhindern.“

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