zur Navigation springen

Premiere in Tornesch : Bewegende Begegnung mit Luther

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Kirchenglocken in Tornesch läuten erstmals Filmabend ein. 60 Interessierte informieren sich über das Leben des Reformators.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Tornesch | Dass in der Tornescher Kirche Musikveranstaltungen verschiedener Stilrichtungen stattfinden, ist bereits gute Tradition. Auch zu Lesungen wurde schon in das Gotteshaus eingeladen. Dass vor dem Altar jedoch eine Leinwand aufgestellt wird und die Kirchenglocken an einem Sonntagabend den Beginn eines Filmabends einläuten, hatte es bislang noch nicht gegeben. Die Idee des im vergangenen Jahr neu gewählten Kirchengemeinderats, dem neben erfahrenen auch neue und junge Mitglieder angehören, im Lutherjahr in der Tornescher Kirche den Spielfilm „Luther – er veränderte die Welt für immer“ zu zeigen, wurde mit großer Resonanz angenommen. Etwa 60 Interessierte jeden Alters waren der Einladung gefolgt, um die US-amerikanisch-deutsch-britische Koproduktion von Eric Till aus dem Jahr 2003 zu sehen.

Bei Kerzenschein tauchten die Filmbesucher in das Leben vor 500 Jahren und die Zeit der geistig-religiösen und gesellschaftlichen Aufbrüche ein und erlebten die wichtigsten Lebensstationen des Kirchenreformators Martin Luther (1483-1546), gespielt von Joseph Fiennes, mit: Der junge Luther wird 1505 in einer stürmischen Gewitternacht bei Stotternheim fast von einem Blitz getroffen. Er gelobt in seiner Not der Heiligen Anna, Mönch zu werden, wenn sie ihn aus der bedrohlichen Unwettersituation errettet. Luther geht in das Augustinerkloster in Erfurt. Als Priester erkennt er die Ungerechtigkeit, die den Menschen angetan wird. Durch den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche und weitere Abgaben, die die Kirche verlangt, wird Geld aus der Bevölkerung des Heiligen Römischen Reichs gepresst.

In Wittenberg schlägt Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen diese Missstände an die Tür der Schlosskirche. Luther ist großen Anfeindungen ausgesetzt, wird vom Papst exkommuniziert und vom Kaiser geächtet. Als Junker Jörg getarnt muss er auf der Wartburg bei Eisenach in Sicherheit gebracht werden. Mit Unterstützung von Gleichgesinnten und später seiner Frau Katharina von Bora gelingt es ihm, seinen Kampf um die Reformation fortzusetzen und seiner Bewegung die Anerkennung als Religionsgemeinschaft zu verschaffen.

Kirchengemeinde wagt etwas Neues

Mit Orgelklängen, gespielt von Jannik Platte, einem der jungen Kirchengemeinderatsmitglieder, und einer Begrüßung durch Pastor Henning Matthiesen wurden die Besucher auf den bewegenden Spielfilm, der bereits in den Konfirmandengruppen gezeigt wurde, eingestimmt. „Wir wagen mit dem Filmabend etwas Neues in unserer Kirche und wollen Ihnen in Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum einen Film zeigen, der eine großartige Zusammenfassung des Reformationsgeschehens und der Person Luther darstellt“, sagte Matthiesen. Der Pastor lud die Anwesenden auch zum Mitfeiern des festlichen Reformationsgottesdienstes am 31. Oktober um 10 Uhr in der Tornescher Kirche ein und dankte den Organisatoren des Filmabends für ihre Ideen und ihren Einsatz.

Mit einem kurzen Animationsfilm, in dem den Fragen, gibt es Gott und wenn ja, wie ist er, wie kann man ihn entdecken und wie schlägt er die Brücke zu uns, nachgegangen wurde, startete der Filmabend „Luther – er veränderte die Welt für immer.“ In einer Pause wurden am Feuerkorb vor der Kirche Schmalz- und Leberwurstbrote, Lutherbier, Kinderpunsch und selbst gebackene Lutherkekse gereicht. Vorbereitet hatte den Filmabend und die kulinarische Versorgung wie zu Luthers Zeiten eine Kirchengemeinderats-Arbeitsgruppe, der Michaela Sander, Stefanie Hahn, Ilse Behrmann, Christina Platte, Detlev Hinz und Hans-Peter Böttcher angehörten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen