Suchtberatung : Betroffene Kinder unterstützen

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Etwa 2,65 Millionen Kinder wachsen in Deutschland mit suchtkranken Eltern auf. Wissenschaftliche Studien belegen, dass etwa ein Drittel der Kinder aus Suchtfamilien später selbst stofflich abhängig wird oder psychisch erkrankt. Doch es gibt keine angemessene flächendeckende Versorgung beziehungsweise Unterstützung für Kinder suchtkranker Eltern.

shz.de von
27. Januar 2015, 21:51 Uhr

Die Initiatoren der sechsten bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien, die unter der Schirmherrschaft der Schauspielerin Katrin Sass steht, fordern daher unter anderem, dass Unterstützungsangebote Teil der Regelversorgung werden müssen, die Suchtprävention in Schule und Kindergarten flächendeckend zu stärken ist und die Reduzierung des Alkoholkonsums in die Liste der Gesundheitsziele im Bundes-Präventionsgesetz aufgenommen werden soll. An der ATS- Suchtberatungsstelle Tornesch-Uetersen gibt es das vom Kreis Pinneberg und den Städten Tornesch und Uetersen sowie über Spenden finanzierte Hilfsangebot „Kleine Riesen“ für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien. Im Rahmen der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien, in der bundesweit vom 8. bis 14. Februar durch Veranstaltungen und Aktionen die Öffentlichkeit und Fachkreise sensibilisiert und informiert werden sollen, richtet die Fachstelle „Kleine Riesen“ für pädagogische Fachkräfte eine Fortbildung aus. Und zwar am Donnerstag, dem 12. Februar, von 14 bis 18 Uhr.

Der Workshop findet in den Räumen der Suchtberatung, Bahnhofsplatz 4, statt und wird von Sozialpädagogin Ronja Plew, Leiterin der Fachstelle „Kleine Riesen“, durchgeführt. Die Teilnahme erfolgt auf Spendenbasis zugunsten des Projektes „Kleine Riesen“. Angesprochen werden pädagogische Fachkräfte aus Schulen, Kindergärten, Jugendzentren und ganz allgemein aus der Kinder- und Jugendarbeit. „Mit Informationen und Rollenspielen wollen wir Wissen an die Hand geben, wie pädagogische Fachkräfte Sucht in der Familie erkennen, Eltern behutsam ansprechen und betroffenen Kindern helfen können“, betont Ronja Plew. Anhand kreativer Methoden erhalten die Teilnehmer Einblick in die Lebenswelt der Kinder. Zudem gibt es Informationen über Suchterkrankungen und praktische Übungen für Interventionsmöglichkeiten.

Bis zum 9. Februar werden Anmeldungen für eine Teilnahme an der Fortbildung, die sowohl Arbeit im Plenum als auch in Kleingruppen umfasst, unter 04122/960040 in der Beratungsstelle oder per Mail unter: sucht.tu@ats-sh.de entgegengenommen. Unterstützt wird Ronja Plew bei der Ausrichtung der Fortbildungsveranstaltung von Karolina Kielb. Die 29-Jährige ist als Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr an der Suchtberatungsstelle im Bereich Präventionsarbeit an Schulen und Kindergarten tätig.

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