Jahresgespräch : Betriebe weiter in der Pflicht

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Zum Jahresgespräch in der Elmshorner Arbeitsagentur trafen sich der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, Kreistagsabgeordneter Hans-Peter Stahl und der Fraktionsvorsitzende Hans-Helmut Birke.

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08. Februar 2013, 18:39 Uhr

Gastgeber der Gesprächsrunde waren der Leiter der Elmshorner Arbeitsagentur Thomas Kenntemich und Jobcenter-Geschäftsführer Gerold Mellem. Unter anderem war Thema die Situation der Arbeitsagentur selbst, deren Beschäftigte unter einer Flut von Anweisungen aus Nürnberg zu leiden hätten. Alleine in den letzten elf Monaten des Jahres 2012 seien 346 Weisungen auf 921 Seiten mit insgesamt 8105 Seiten Anlagen aus der Nürnberger Zentrale an die Arbeitsagenturen ergangen. „Vieles ist wohl notwendig, es könnte aber auch weniger sein“, sagte Rossmann und kündigte an, dieses Thema auch in die Bundespolitik mitnehmen zu wollen um auch dort dafür zu werben, den Arbeitsagenturen etwas mehr Gestaltungsraum zu lassen. Auch ein großes Thema im Gespräch war jenes der Ausbildungssituation im Kreis Pinneberg. Denn das Bild hat sich gewandelt: Gab es vor ein paar Jahren noch viele Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz bekamen, so suchen die Betriebe heute oft händeringend nach geeignetem Nachwuchs. Und dennoch blieb auch im Kreis Pinneberg eine Kleine Zahl von jungen Menschen übrig, die keinen Ausbildungsplatz erhielten.

Hinweise der Betriebe, zu viele Bewerber wären schlicht ungeeignet, den erstrebten Beruf zu erlernen, wollten die Sozialdemokraten nicht gelten lassen. Vor allem Hans-Helmut Birke wies darauf hin, dass die Betriebe eine Verantwortung hätten, junge Menschen auch den Weg in die Ausbildung zu ermöglichen und ihnen vor allem dann auch Hilfestellung bei der Bewältigung des Berufsalltages zu geben. Es könne nicht erwartet werden, dass die Schulen auschließlich Überflieger entließen.

Vermehrt Augenmerk soll in Zukunft aber auch auf junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren gelegt werden, die noch keine Ausbildung absolviert haben. Rossmann hierzu: „Es ist nie zu spät für eine zweite Chance“.

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