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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 17:45 Uhr

Christvesper : Besucher überraschen den Pastor

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie haben den Pastor regelrecht überrascht. Nachdem Kantor Eberhard Kneifel an Heiligabend die Christvesper in der vollbesetzten Uetersener Klosterkirche mit einem Orgelvorspiel eingeleitet hatte, applaudierten die etwa 600 Besucher spontan. Pastor Joachim Gorsolke war perplex: „Das ist nicht ganz üblich“, bemerkte er gleichermaßen erstaunt und erfreut, bevor er den Gottesdienst mit einem Friedensgruß eröffnete.

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erstellt am 26.Dez.2012 | 21:29 Uhr

Diese Mischung aus Begeisterung und Friedfertigkeit prägte die Feier. Großen Anteil daran hatten die 32 Jungen und Mädchen der Kinderkirchenchöre „Klosterfinken“ und „Klosterlerchen“. Ihr Gesang strahlte eine große Ruhe aus, als sie ein neues Krippenspiel aufführten.

Kantorin Christiane Haar löste damit eine Tradition ab. Mehr als 30 Jahre lang hatten die Kinder das Fest mit dem sogenannten Uetersener Weihnachtsspiel aus der Feder der Autorin Elsa Plath eingeläutet. „Viele Eltern sind damit groß geworden und haben wohl selbst mitgespielt“, sagte Gorsolke. Haar hatte diesen Brauch nach ihrem Dienstantritt vor zwei Jahren zunächst fortgeführt. Während der Christvesper am Nachmittag stellte sie erstmals ein eigenes Krippenspiel vor.

Die Jungen und Mädchen führten die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukasevangelium auf. Ein Wechsel aus Gesang und Lesungen bei nur wenigen Sprechanteilen der Kinder erzeugte eine friedvolle, harmonische Atmosphäre. Die „Klosterfinken“ und „Klosterlerchen“ sangen geistliche Lieder aus dem 17. Jahrhundert, deren Chorsätze Haar komponiert hatte. Für die „Engel“ hatte sie das Lied „Fürchtet euch nicht“, für die „Heiligen Drei Könige“ das Stück „Der Weg war weit“ selbst geschrieben. Klarinettenspielerin Tomke Glier sowie die Töchter der Kantorin, Elisabeth Haar am Cello und Miriam Haar am Klavier, begleiteten den Gesang. Viele Lieder stimmten Kinder und Besucher gemeinsam an. Dazwischen las Gorsolke Stück für Stück die Geschichte von Jesu Geburt vor.

Während seiner Predigt hielt der Pastor einen Weihnachtsmann und eine Kokosnuss hoch. Für manch einen sei das Fest so hohl wie der Schokoladenmann. Für Maria und Josef sei es eher eine harte Nuss gewesen. Er ermunterte die Zuhörer, diese zu knacken und den alltäglichen Egoismus hinter sich zu lassen: „Billiger ist Weihnachten nicht zu haben: Ich muss mich auf die Augenhöhe eines Kindes bücken“, sagte er.

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