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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 10:06 Uhr

Neuerung : Besser Schiedsmann als vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zumeist sind es nachbarschaftliche Streitigkeiten „über den Gartenzaun“, die Gunter Küchler und Karin Fehland beschäftigen. Schiedsmänner und -frauen sind Teil des Deutschen Rechtssystems. „Schlichten statt Richten“ ist ihr Motto. Der Haselauer und die Haseldorferin sind für die beiden Marschdörfer zuständig und planen eine Neuerung. Sie sind zukünftig im Rahmen einer Sprechstunde einmal im Monat im Bürgerbüro Haseldorfer Marsch, Hauptstraße 23 in Haseldorf, zu erreichen. Premiere ist am kommenden Dienstag, 7. April, von 16.30 bis 17.30 Uhr.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 20:16 Uhr

Tätig werden sie bei leichten Straftaten, wie Hausfriedensbruch, Beleidigung, leichte und fahrlässige Körperverletzung, Bedrohung oder Sachbeschädigungen. In diesen Fällen muss erst die Schiedsperson angerufen werden, bevor die Gerichte tätig werden.

Bei bestimmten zivilgerichtlichen Streitigkeiten ist dieses Verfahren ebenfalls erforderlich, bevor man Klage bei Gericht erheben kann. Das sind etwa die typischen Nachbarschaftsstreitigkeiten wie Überwuchs und das Hinüberfallen von Bäumen sowie Belästigungen durch Lärm und Dämpfe.

Wer diese Dienste in Anspruch nehmen will, dem wird erst einmal nur zugehört. „Wir nehmen keine Position ein, sondern sind Vermittler“, sagt der Schiedsmann. Dann wird über das Verfahren aufgeklärt. Die Schiedsleute machen jedoch keine Rechtsberatung. Das Verfahren ist deutlich günstiger als ein Gang zum Gericht. Es wird eine Grund-, Schreib- sowie Schiedsgebühr fällig. 50 bis 70 Euro kostet das ganze Verfahren.

Erscheinen muss, wer vom Schlichter geladen wird. Gerade bei Nachbarschaftsstreitigen ist häufig ein Ortstermin sinnvoll. In 60 bis 70 Prozent der Schlichtungsfälle wird eine gemeinsame Lösung gefunden, berichtet die stellvertretende Schiedsfrau. Ein Schlichterspruch hat 30 Jahre Gültigkeit.

Gegenüber dem Amtsgericht müssen die Beiden alle zwei Jahre Bericht ablegen. Das Gericht prüft auch ihre Kasse. Küchler ist Diplom-Ingenieur im Ruhestand, Karin Fehland arbeitet für eine große Bundesbehörde in Hamburg. Beide verfügen über eine langjährige Erfahrung. Wer das Schiedsamt in Anspruch nehmen will, kann auch telefonisch mit ihnen unter 04129/798 oder 04129/ 761 Kontakt aufnehmen.

www.bds-itzehoe.de

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