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Polizeistation Tornesch : Bernstein fordert politische Debatte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Warum will die Polizei ihre Station in Tornesch schließen? Die offizielle Antwort teilte Pressesprecherin Silke Westphal gestern mit: „Flexiblere Dienstplanung, verlässlichere Öffnungszeiten sowie erleichterte Schwerpunktbildungen“ kämen als polizeitaktische Vorteile dem Gesamtbereich zugute. Aber während der Podiumsdiskussion zum „Stellenabbau bei der Polizei“ in der Gaststätte Birkenhain waren auch andere Gründe zu hören.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2015 | 21:34 Uhr

Reimer Kahlke, Vorsitzender der Regionalgruppe Segeberg und Pinneberg der Gewerkschaft der Polizei (GdP), äußerte sich zunächst ähnlich wie Westphal: „Die Idee, die Polizeistationen zusammenzulegen, gibt es schon lange, weil die Dienstkoordination zu aufwändig war.“ Nun soll aber eine neue Sonderkommission für Banden- und Serienkriminalität in die Wache am Thujaweg einziehen. „Weil man ein Gebäude braucht, will man uralte Pläne umsetzen“, sagte er. Mit einem Sparziel habe die Zusammenlegung der Polizeistationen daher nichts zu tun. Die Stellen der zwölf Tornescher Beamten würden nicht gestrichen, sondern nach Uetersen verlegt. Die Polizei spart noch nicht einmal Mietkosten.

Für den GdP-Landesvorsitzenden Manfred Börner zeigt sich in der Zusammenlegung eine grundsätzliche Haltung der Polizeiführung. „Sie hat nicht das Vertrauen in die dezentrale Struktur“, sagte er. Lägen zwei Dienststellen nah beieinander, entstünden schnell Konkurrenzen. Die Zentralisierung hält er aber für falsch. Gute Polizeiarbeit lebe von dem Vertrauen der Bevölkerung in die Beamten und von deren Ortskenntnis. Wenn Ermittler ihre Pappenheimer kennen, beschleunige das die Arbeit. „Die Polizei erkennt ihre Schweine am Gang“, sagte Börner.

Axel Bernstein, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, rechnet durchaus mit einem Sparkurs. Die Verlegung der Tornescher Beamten nach Uetersen erübrige zwei Führungskräfte, den Stationsleiter und dessen Stellvertreter. Polizeisprecherin Westphal teilte dazu mit: „Die Anzahl der Stellen bliebe gleich (es wird keine Stelle abgezogen), die Bewertung der Stellen richtet sich nach den vor Ort vorhandenen Funktionen – es werden sich hier Änderungen ergeben.“

Tatsächlich will die Kieler Koalition zehn Prozent der Stellen in der Landesverwaltung, und Innenminister Stefan Studt 122 Stellen bei der Polizei streichen. Bernstein: „Wir müssen uns mit der Polizei streiten, aber die Verantwortung liegt woanders.“ Eine politische Debatte werde leider mit Hinweis auf die Polizeivorschläge verweigert.

Der stellvertretende CDU-Ortsvorsitzende Daniel Kölbl gab ihm 1232 Unterschriften an Ministerpräsident Torsten Albig für den Erhalt der Tornescher Wache mit.

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