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Sechzehn Skulpturen : Berliner Skulpturenfund: Zeugnis deutscher Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im „Museum für Kunst und Gewerbe“, Steintorplatz, ist unter dem Titel „Verlorene Moderne. Der Berliner Skulpturenfund“, die spannende Ausstellung bis zum 30. September zu besichtigen. Es handelt sich um die spektakuläre Entdeckung von 16 Skulpturen, die 1937 von den Nazis als „entartete Kunst“ beschlagnahmt wurden. Seit April dieses Jahres sind die als verschollen geglaubten expressionistischen Skulpturen, die 2010 bei einem Fund im Zuge archäologischer Grabungen vor dem „Roten Rathaus“ in Berlin geborgen wurden, erstmals in Hamburg zu sehen. Fünf der wiedergefundenen Skulpturen stammen aus dem „Museum für Kunst und Gewerbe“ und sind nach 75 Jahren erstmals wieder an ihrem ursprünglichen Standort zurück.

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erstellt am 23.Aug.2012 | 20:17 Uhr

Es sind eine „Weibliche Büste (vor 1931) von Naum Slutzkay, eine „Stehende Gewandfigur (1925) sowie „Stehender weiblicher Akt“ von Gustav H. Wolff, eine „Figur“ von Richard Haizmann, sowie ein „Kopf“ (1925) von Otto Freundlich. Diese Werke von namhaften Künstlern und Bildhauern sind Zeugnisse der Klassischen Moderne und wurden aus deutschen Museen 1937 als „artfremd diffamiert“. Das macht die sechzehn Skulpturen zu einmaligen Zeugen deutscher Geschichte. Die Arbeiten von Otto Baum, Karl Ehlers, Karl Knappe, Marg Moll, Emy Roeder, Edwin Scharff und den o. g., wurden zum ersten Mal im Neuen Museum in Berlin in der Schau „Der Berliner Skulpturen Fund. Entartete Kunst im Bombenschutt“ gezeigt. Das Hamburger „Museum für Kunst und Gewerbe“ „bettet die Funde unter dem Titel „Die Verlorene Moderne. Der Berliner Skulpturenfund“ in den historischen Kontext des Museums ein“ und trägt der „mutigen und polarisierenden Sammlungspolitik Max Sauerlandts Rechnung.

Er ist ein großer Förderer zeigenössischer Kunst und erwarb als erster Museumsdirektor expressionistischer Skulpturen. Sauerlandt war bereits seit 1919 Direktor des „Museums für Kunst und Gewerbe“, er wurde unmittelbar nach Regierungsantritt der NSDAP 1933 von seinem Posten beurlaubt. Die Ausstellung wurde um Kunstwerke aus der Sammlung des Museums und dem Nachlass Max Sauerlandts erweitert.

Der Berliner Skulpturenfund gehört zu den bedeutendsten Funden der letzten Jahre und ist von großem Interesse für die Provenienzforschung. Die Kunstwerke kamen bei Grabungen im Vorfeld des Weiterbaus der U5 von Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor bei Freiräumungen der Kellerböden zum Vorschein. Öffnungszeiten: Di.-So. 11-18 Uhr und Do. 11-21 Uhr.

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