Auslandsaufenthalt : Bereit für das große Abenteuer Afrika

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Bei Jette Martinsteg steigt die Spannung! Den morgigen Tag hat sie fest im Blick, schon ziemlich lange sogar. Diesem Tag, an dem ihr großes persönliches Abenteuer beginnt, fiebert sie entgegen. Morgen besteigt sie einen Flieger, der sie nach Namibia bringt, für ein Jahr die neue Wirkstätte der frisch gebackenen Abiturientin.

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24. Juli 2012, 21:02 Uhr

Für die 19-Jährige erfüllt sich damit ein lang gehegter Traum, den sie beharrlich und mit Konsequenz verfolgt, an deren Umsetzung sie ganz allein gearbeitet hat. Afrika-begeistert ist die Hetlingerin schon lange. Wohl seit der Grundschule, meint sie rückblickend. Da wolle sie mal hin, stand für sie früh fest.

Gegen Ende der Schulzeit wuchs außerdem der Wunsch, vor dem Start in das Berufsleben ein soziales Jahr einzuschieben. „Da habe ich mir gedacht, ich kann doch beides kombinieren, Afrika und das soziale Jahr“, sagte Jette Martinsteg. Wie sich das zusammenführen lässt, erschloss sie sich auf der Internetseite „weltwärts.de“, die Plattform des Freiwilligendienstes des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Weltwärts versteht sich als Lerndienst, der eng mit Kooperationspartnern in Ländern der Dritten Welt zusammenarbeitet, um den interkulturellen Austausch junger Leute zu fördern.

Jette bewarb sich und durchlief in den vergangenen Monaten ein straffes und anstrengendes Bewerbungsverfahren, in dessen Verlauf sie nicht nur ihre Englischkenntnisse unter Beweis stellen, sondern vor allem auch Kreativität, Flexibilität und Teamfähigkeit zeigen musste.

„Die Bewerber sollten zeigen, dass sie den Austausch nicht nur wollen, weil sie gerade nicht wissen, was sie sonst machen sollen.“ In der Tat geht es darum, sich nachhaltig in den Dienst für die „Eine Welt“ zu stellen, vor dem Auslandsaufenthalt, natürlich währenddessen, aber auch danach. Vorbereitungsseminare gehören ebenso zum Programm wie eine ausführliche Nachbereitung.

Erst als sie angenommen worden war, durfte sich Jette ein Projekt aussuchen. Nun steht fest: Sie wird in dem kleinen Ort Karibib, knapp 300 Kilometer nordwestlich von Namibias Hauptstadt Windhoek gelegen, in einem Kindergarten arbeiten und nachmittags Freizeitangebote für Kinder organisieren.

Was sie genau erwartet, weiß Jette Martinsteg noch nicht. „Ich habe Kontakt zu meiner Vorgängerin in Karibib, und sie sagte mir, dass die Menschen enorm gastfreundlich sind und ich schnell Kontakt bekommen werde.“ Gerne würde sie das Land mit ihrer Hilfe gut kennenlernen.

Unterkommen wird sie in einer kleinen Wohnung mit eigener Küche, je 100 Euro Verpflegungs- und Taschengeld im Monat werden für die Dinge des täglichen Bedarfs reichen. Die Wäsche wird per Hand gewaschen, ein Supermarkt ist vor Ort, Internet gibt es ebenfalls. So kann sie Kontakt zu ihrer Familie in Hetlingen und ihren Freunden halten. Und wie es anschließend weitergeht, weiß Jette Martinsteg auch schon: Sie wird sich zuerst zur Krankenschwester ausbilden lassen und möchte danach ein Medizinstudium beginnen. Falls Namibia nicht inzwischen ihre ganz große Liebe geworden ist! Bei Afrika weiß man das nämlich nie so genau.

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