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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 19:37 Uhr

Besuch aus Kiel : Bei den Müsli-Machern

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Er gehört zu denen, die mit Haferflocken der Firma Peter Kölln groß geworden sind und für die das bekannte Vollkornprodukt bis heute fester Bestandteil eines guten Frühstücks ist. Gestern nun hat Ministerpräsident Torsten Albig dem Köllnflocken-Werk einen Besuch abgestattet und sich nach einer Besichtigung der Produktionshallen mit dem Chef des Familienunternehmens, Hans Heinrich Driftmann, zum Gedankenaustausch getroffen.

Hinter dem Elmshorner Unternehmen liegt eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre in der Firmengeschichte, Gekrönt wurde die Top-Bilanz 2013 vor drei Monaten mit der Eröffnung des ersten Flagshipstores, ein Geschäft mit dem Namen „Haferland“ in bester Hamburger City-Lage. Ganztägige Gastronomie, Geschäft und Manufaktur in einem! „Uns ging es darum, die Marke erlebbar zu machen“, sagte Stefan Geiser, Mitglied der Geschäftsleitung. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg ist es vor allem die Suche nach geeigneten Nachwuchskräften, die in der Vorstandsetage viel Zeit bindet. Hans Heinrich Driftmann beklagte den Mangel an geeigneten Bewerbern. „Es gibt immer mehr Kandidaten, die wir nicht nehmen, weil ihnen die Ausbildungsreife fehlt.“ Dabei gehe es in erster Linie um das Sozialverhalten, so Driftmann, der in dieser Frage auch die Eltern in der Pflicht sieht. Das mittelständische Unternehmen beschäftigt derzeit 312 Mitarbeiter, darunter 29 Auszubildende. Um einen internen Fachkräftemangel zu verhindern, wird über den Bedarf ausgebildet. „In diesem Jahr haben wir allerdings keine jungen Leute gefunden, die gerne Müller werden möchten“, sagte Personalreferentin Corinna Strade.

Einig waren sich Driftmann und sein Gast in der positiven Beurteilung des dualen und inzwischen sogar schon trialen Ausbildungssystems, eine Kombination aus Studium und Ausbildung im Betrieb. Dabei warb Driftmann für eine Stärkung der Fachhochschulen. „Wir brauchen die Fachhochschulen mit ihrer anwendungsbezogenen Lehre und nicht nur die Forscher, die von den Universitäten kommen“, sagte er.

Ziel dürfe es nicht sein, alle Abiturienten an den Hochschulen unterzubringen. Eine Ansicht, die auch Ministerpräsident Torsten Albig teilt. Er warnte gleichzeitig davor, die Fachhochschulen zu kleinen Universitäten zu machen, „die den Kontakt zu den Unternehmen verlieren.“ Ähnlich wie der Chef der Kölln Flockenwerke sieht auch Albig die Bemühungen kritisch, das Promotionsrecht an die Fachhochschulen zu geben.

Nur der grundsätzlichen Kritik Hans Heinrich Driftmann, das Land Schleswig-Holstein habe zu viele Universitäten und werde sich die auf die Dauer bei geforderter hoher Qualität nicht leisten können, folgte Albig, der unter anderem von der Elmshorner Landtagsabgeordneten Beate Raudies begleitet wurde, ausdrücklich nicht.

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erstellt am 25.Aug.2014 | 22:02 Uhr

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