Existenzkampf : Behördenärger um Hundeschule

4406789_800x440_556757f713732.jpg

Susanne Gerlach kämpft um die Existenz ihrer Hundeschule. Seit 2009 sucht sie einen festen Platz, doch immer wieder scheiterte sie an Behörden. Im Sommer muss sie ihr zwischenzeitiges Domizil im Heistmer Gemeindegebiet räumen. „Um Hunde gut trainieren zu können, braucht man eingezäunte Flächen“, steht für sie fest. Und der Bedarf an Erziehung für die Vierbeiner wachse ständig.

shz.de von
28. Mai 2015, 19:58 Uhr

Vor fünf Jahren startet Susanne Gerlach ihre Suche nach einem geeigneten Platz und wurde bald zumindest zwischenzeitig fündig. Ein Unternehmer hatte eine Fläche im Großen Kamp gekauft, wollte sie aber nicht sofort nutzen, sondern verpachtete sie.

Dann machte sie sich auf die Suche nach einem dauerhaften Standort im so genannten Außenbereich und musste feststellen: „Entweder ist es zu nah an der Bebauung oder zu nah an der Natur.“ Bereits in informellen Gesprächen mit dem Kreis scheiterte die Idee, auf dem Flugplatzgelände die Hundeschule zu etablieren. Reichlich Gegenargumente kamen von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, die die Hundeflüsterin als teilweise fadenscheinig empfand.

Danach guckte sie eine Fläche am Ende des Heideweges aus. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes, den sie bezahlte, wurde zusammen mit der Gemeinde durchgezogen. „Es gab keinerlei behördliche Bedenken“, erinnert sich die Hundetrainerin. Das ändert sich, also sie einen Bebauungsantrag stellte. Vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ( LLUR) wurden umfangreiche Auflagen gemacht, die sie faktisch nicht einhalten konnte.

Susanne Gerlach empfindet es als unfair, dass die Landesbehörde nicht schon während des F-Planverfahrens auf möglich Probleme beim Bebauungsantrag hingewiesen hat. Allerdings mussten in dem ersten Verfahrensschritt noch keine nachbarschaftlichen Belange untersucht werden.

Geprüft hat sie auch die Möglichkeit, eine Fläche in einem Gewerbegebiet zu erwerben. Doch erstens ist das für sie zu teuer und zweitens haben die Kommunen keine Interesse daran, ihr etwas zu verkaufen. Die kostenträchtig erschlossenen Flächen sollen Betriebe nutzen, die ordentlich Gewerbesteuer zahlen und Mitarbeiter beschäftigen.

Die Gemeinde Heist und das Amt Moorrege hätten sie unterstützt, erklärt die Tierexpertin. Anders sieht sie die Arbeit des Kreises und der Landesbehörde. Das Baurecht würde Ausnahmen im Außenbereich zulassen, erklärt sie. Ihr Eindruck sei jedoch, dass dies in der Elmshorner Verwaltung nicht gewollt sei.

Angefragt habe sie auch bei den Bürgermeistern in Haseldorf und Haselau. Die würden grundsätzlich eine Ansiedlung befürworten, so Susanne Gerlach, sehen jedoch keine Möglichkeit, eine Genehmigung vom Kreis zu bekommen.

www.hundeschule-gerlach.de

Demo und Unterschriftenaktion

Wehren will sich Susanne Gerlach gegen die aus ihrer Sicht grundsätzlich ablehnende Haltung der Behörden gegenüber der Ansiedlung von Hundeschulen. Deswegen hat sie eine Unterschriftenaktion gestartet und organisiert eine Demonstration auf ihrem jetzigen Gelände im Heistmer Gewerbegebiet an der B431. Mit dem Aktionstag am Mittwoch, 3. Juni, ab 19 Uhr setzt sie sich für die Schaffung von Trainingsflächen ein.

Was die Kreisverwaltung in Elmshorn zur bisher gescheiterten Ansiedlung einer Hundeschule in Heist sagt, lesen sie in dem unten stehenden Artikel.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert