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Rückzug von Regio : „Bedauerlich für Uetersen“

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ziemlich unsanft wurden die Politiker aus der Rosen- und Hochzeitsstadt gestern von der UeNa-Schlagzeile geweckt. Regio kehrt Uetersen den Rücken! Nach sechs Jahren vor Ort gehen an der Bleekerstraße die Lichter aus. Bei einigen Ratsmitgliedern dürfte diese Tatsache Schnappatmung hervorgerufen haben. Andere zeigten sich im UeNa-Gespräch überrascht bis verständnisvoll. Günther Wehner, der Vorsitzende des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses (SPD), sagte, dass er den Weggang der RegioKliniken bedauere. „Man muss jetzt sehen, ob man das Gebäude benötigt. Wir müssen uns jetzt erst einmal grundsätzlich Gedanken darüber machen“, so Wehner, der sich durchaus vorstellen kann, den Standort an der Bleekerstraße in den Prüfantrag, der während der kommenden Bauausschusssitzung zur Abstimmung gestellt wird, zu integrieren. Am 16. August steht ein CDU-Antrag zur Debatte, über den die Verwaltung in die Lage versetzt werden soll, zu überprüfen, wie konkret man in Neubaupläne das LMG betreffend einsteigen kann. Wehner, der die Sitzung leiten wird, geht davon aus, dass der Antrag eine breite Mehrheit findet.

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erstellt am 06.Aug.2012 | 20:18 Uhr

Wolfgang Behring, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, sagte auf Nachfrage: „Ich war überrascht. Wenn sie aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben, dann ist das ihre unternehmerische Freiheit. Wichtig ist für die Stadt, dass wir uns das Gebäude und die Fläche sichern.“ Auch Behring hielt den Antrag für mehrheitsfähig. An „Schnellschüssen“ hinsichtlich der Frage, ob dort ein neues Gymnasium entstehen könne, wolle er sich nicht beteiligen. Sicherlich dürfe die Stadt den sozialen Gedanken von Cäcilie Bleeker nach Sicherung des Grundstückes aber nicht ausblenden.

Rolf Maßow, der Vorsitzender der FDP-Fraktion, wollte erst einmal Grundsätzliches überprüft haben: „Man müsste sich noch einmal die Verträge mit dem Kreis anschauen.“ Maßow glaubt, dass das Gebäude per Vertrag einer medizinischen Versorgung Uetersens dienen muss. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann ich das nachvollziehen. Für Uetersen ist das nicht gut, aber eine Chance, die Flächen zurückzukaufen und zu entwickeln“, so der Liberale.

Für Kai Feuerschütz, Chef der CDU-Fraktion, steht fest, dass, entwickelt sich die Lage mit dem Kreis weiterhin negativ für die Stadt, man sich auch mit dem Neubau eines Gymnasiums und einem Standort dafür beschäftigen muss. „Man müsste sich ernsthaft Gedanken machen, ob das Grundstück an der Bleekerstraße dafür geeignet ist“, so Feuerschütz.

Den Rückzug der Kliniken und des Bildungszentrums aus Uetersen hält Feuerschütz für bedauerlich. „Ich war davon ausgegangen, dass parallel zu der Überplanung des Grundstückes Vorabgespräche zwischen der Bürgermeisterin oder der Wirtschaftsförderin mit der Geschäftleitung der Kliniken stattgefunden haben. Vor dem Hintergrund der Parplatzsituation“, so der Fraktionsvorsitzende. Anscheinend hätten solche Gespräche aber nicht stattgefunden. „Umso mehr überrascht mich die Verwunderung der Bürgermeisterin. Was mich besonders verwundert, ist die Aussage, dass die Privatisierung der Kliniken am Weggang Schuld sein soll. Unwirtschaftlichkeit und Standorte ohne Parkmöglichkeiten sind weder in kommunaler Hand noch für Wirtschaftsunternehmen tragbar.“, so Feuerschütz. Hans-Dieter Witt, BfB-Fraktionschef, ist folgender Auffassung: „Wir haben uns damals schwer damit getan, die Schließung des Krankenhauses zu akzeptieren. Als dann die Krankenpflegschule hineinging in das Gebäude, war das ein Segen. Dass sie jetzt weggehen, ist für Uetersen alles andere als schön. Die Argumentation mit den Parkplätzen sind für mich an den Haaren herbeigezogen. Die Kliniken hätten das Grundstück von Uetersen jederzeit kaufen können. Kaufmännisch kann ich die Entscheidung nachvollziehen.“

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