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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 22:39 Uhr

Politik : Baumschutz per Verordnung?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Heißes Thema für die kalte Jahreszeit. Dieter Schipler (SPD), Vorsitzender des Umwelt- und Kleingartenausschusses, hat während der jüngsten Sitzung des Gremiums im Rathaus angeregt, über eine Baumschutzsatzung nachzudenken. Immer wieder wurde und wird der Ausschuss mit dem Thema des „Abholzens“ konfrontiert, kann aber, mangels Ortsrechts, nichts dagegen tun.

Schon einmal, in den 1990-er Jahren, gab es den Versuch, in Uetersen eine solche Satzung zu erstellen, die Mehrheit der Ratsversammlung war dagegen. Man wolle den Bürger nicht noch weiter in seiner Gestaltungsfreiheit eingrenzen. Man freue sich über jeden (Groß)Baum, aber sei der Ansicht, dass die Bürger grundsätzlich Freunde der Bäume seien und diese auch ohne Gängelung von Stadtseite erhalten würden, hieß es damals vonseiten der Christdemokraten.

Und auch diesmal ließ der Widerstand nicht lange auf sich warten. Bernd Pyssa von der CDU-Fraktion warnte davor, erneut in das Thema einzusteigen. Man habe sich damals gründlich ausgetauscht, die Vor- und Nachteile abgewägt und sei dann zur Entscheidung gekommen, eine solche Satzung nicht einzuführen. Und das sei auch gut so. Eine ähnlich ablehnende Haltung war von BfB-Seite wahrnehmbar.

Doch ist es nun, nach der Anregung von Schipler, gut möglich, dass die Sozialdemokraten sich des Themas nun annehmen werden. Wie sieht’s aus im Kreisgebiet? Die UeNa haben nachgefragt, wie andere Städte und Gemeinden die Thematik behandeln. Keinen Regelungsbedarf erkennen offensichtlich die Städte Pinneberg, Barmstedt, Tornesch und Quickborn. Dort gibt es keine Baumschutzsatzungen.

In Elmshorn erstreckt sich die Baumschutzsatzung auf den Vorgartenbereich. Dort sind Bäume ab 23 Zentimetern Stammdurchmesser, gemessen in einem Meter Höhe, geschützt, mit Ausnahme von Birken, Pappeln und Weiden. Bei Obstbäumen sind nur Nussbäume geschützt.

In Wedel gibt es ebenfalls eine Baumschutzsatzung. Diese schützt bestimmte Bäume. Generell nicht geschützt sind Nadel- und andere Weichhölzer wie Birke, Weide, Pappel und Erle.

In Rellingen, wo man ebenfalls eine Baumschutzsatzung kennt, wird wie folgt definiert: „Der räumliche Geltungsbereich der Satzung umfasst die in anliegendem Kataster, welches Bestandteil dieser Satzung ist, aufgeführten Bäume im Innenbereich der Gemeinde“. Man muss also stets hineinschauen in besagtes Kataster.

In Schenefeld sind Laubbäume und Eiben mit einem Stammumfang von mindestens 78,5 Zentimetern, gemessen in einer Höhe von 1,30 Metern über dem Erdboden, im gesamten Stadtbereich geschützt. Für Eibe, Rotdorn, Weißdorn, Ilex und Mehlbeere gilt ein Mindestumfang von 40 Zentimetern. Die Satzung gilt nicht für Nadelbäume, mit Ausnahme der Eiben. Außerdem nicht für Pappeln, Birken und Obstbäume, mit Ausnahme von Walnuss und Esskastanie. Sie gilt auch nicht für diejenigen Bäume in Baumschulen und Gärtnereien, die dem Erwerbszweck dieser Betriebe dienen und auch nicht für Waldflächen, Knicks und Bäume, die nach anderen Vorschriften des Landesnaturschutzgesetzes oder des Denkmalschutzes geschützt sind.

Was halten Sie, liebe Leser, vom Thema Baumschutzsatzung? Soll in Uetersen eine solche Satzung eingeführt werden? Schreiben Sie der Redaktion Ihre Meinung (redaktion@uena.de oder postalisch: Großer Sand 1 bis 3).

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erstellt am 18.Nov.2011 | 22:17 Uhr

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