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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 15:11 Uhr

Gartenbau : Baumschuler bleiben führend

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Kreis Pinneberg bleibt der wichtigste norddeutsche Standort für die Baumschulbranche. Mit 239 Betrieben, die 3350 Hektar Land bewirtschaften, ist hier nicht nur die Dichte am größten, die Unternehmen sind auch führend in der Produktion von Ziersträuchern und -gehölzen. In diesen Wochen herrscht in den Gärtnereien Hochbetrieb, denn die beste Pflanzzeit beginnt.

„Viele wissen das gar nicht mehr, weil die Grundkenntnisse von Natur und Garten deutlich abgenommen haben“, sagte Baumschuler Axel Huckfeldt, Vorsitzender des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) Schleswig-Holstein. Zwar sei das oberirdische Wachstum von Pflanzen im Herbst abgeschlossen, nicht jedoch das Wurzelwachstum.

„Wenn die Gehölze jetzt gepflanzt werden, nutzen sie die spätherbstliche Bodenwärme und das Bodenklima, um neue Wurzeln zu bilden“, sagte Baumschul-Gärtnermeister Florian Neumann, Inhaber des gleichnamigen Gartenmarktes in Tornesch. Der Vorteil: Die Pflanzen haben dadurch einen Entwicklungsvorsprung, der sich beim Austrieb im nächsten Frühjahr bezahlt macht.

Dieses Wissen ist durch ein verändertes Kaufverhalten der Verbraucher im Laufe der Jahre in den Hintergrund geraten! Gerade die Gartenbesitzer neigten heute zu Impulsivkäufen und richteten sich dabei vor allem nach optischen Gesichtspunkten, so Neumann. „Pflanzen mit Sofortwirkung gehen am besten“, sagte er. Hat ein Gehölz einen ansprechenden Fruchtbehang oder weise eine lange Blühdauer auf, spreche das die Kunden an. Folge: Gekauft wird vor allem im Frühjahr, wenn die Märkte voll sind mit Sommerblühern.

Für Fachleute wie Huckfeldt und Neumann kommt der Herbst als nicht minder farbenprächtige Jahreszeit dabei zu kurz. „Er bietet gerade für große Gehölze gute Chancen und zeigt viele Dinge, die man zu anderen Jahreszeiten nicht sieht“, so Florian Neumann.

Dazu gehören die prächtige Färbung des Ahornlaubs, die gelben und roten Früchte des Zierapfels, ein Leckerbissen für Vögel, der Vintage-Look der Hortensienblüten oder die kugelrunden Früchte des „Knallerbsen-Strauchs“. Besondere Schönheiten, die im Herbst und Winter ihre volle Pracht entwickeln, sind auch die Zaubernuss (blüht im Februar), der Lebkuchenbaum oder der japanische Blumenhartriegel.

„Es gibt viel zu entdecken im Herbst“, sagte Axel Huckfeldt, der gleichzeitig um Verständnis für die große Zahl der Baumschulfahrzeuge auf den Straßen in den kommenden Wochen bat. Jeder bewegte Baum sei ein Zeichen für die Wirtschaftskraft der Betriebe im Kreis Pinneberg.

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erstellt am 22.Sep.2015 | 21:13 Uhr

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