Ausbauarbeiten : Baumschäden Hochfeldstraße: Jetzt wird gefällt

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Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Das ist allseits bekannt und wird auch so hingenommen. Es ist normal.

shz.de von
19. Juli 2015, 21:17 Uhr

Auch entlang der Hochfeldstraße sind Späne gefallen, allerdings nicht im üblichen Rahmen. Die Straße dort wird derzeit ausgebaut. Links und rechts von der Fahrbahn stehen große Linden mit Alleecharakter. 80 Bäume sind es, die einst als sogenanntes Straßenbegleitgrün gepflanzt worden waren.

Zu Beginn der Baumaßnahme wurde durch einen Baumsachverständigen geprüft, inwieweit die Wurzeln bei einem späteren Ausbau störend wirken und wie baumschonend gearbeitet werden könnte.

Ein Plan wurde festgelegt, doch offensichtlich nicht beachtet. Das zumindest geht aus einem Vermerk des Bauamtes der Stadt hervor, der während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau-, Umwelt- und Verkehrswesen verlesen wurde.

Demnach sei im Zuge der Tiefbauarbeiten der Schaden seitens der bauausführenden Firma festgestellt worden. Daraufhin habe die beauftragte Firma, die damals die Ausschreibung gewonnen hatte, ein Baumpflegeunternehmen beauftragt, Vorschläge für die Nachbehandlung beschädigter Wurzeln zu machen. Der hinzugezogene Fachmann konnte nur wenig helfen. Er stellte nämlich, gemäß des Vermerks, zunächst fest, dass nur bedingt baumschonend gearbeitet worden sei.

Während der Sitzung wurde dazu erläutert, dass die bauausführende Firma es anscheinend unterlassen hatte, einen Baumfachmann regelmäßig dann hinzuzuziehen, wenn die Arbeiten kritische Wurzelbereiche berührten. So wie eigentlich vertraglich vereinbart. Jetzt stellte der Dendrologe fest, dass bei sechs Bäumen (von etwa 80) die Standsicherheit nicht mehr gegeben sei und diese daher gefällt werden müssten. Bei zehn weiteren Bäumen seien Wurzelverluste festgestellt worden, die eine Kroneneinkürzung beziehungsweise einen Kronenschnitt erforderlich machten.

Bürgermeisterin Andrea Hansen teilte mit, dass die Stadt einen entsprechenden Regress bereits angemeldet hat. Die Stadt hat dafür einen Sachverständigen beauftragt, die Schadenshöhe zu ermitteln. Der Gutachter soll klären, welche Schäden auf das unsachgemäße Arbeiten der Firma zurückzuführen sind.

Die Politiker zeigten sich entsetzt. Dieter Schipler (SPD) wollte wissen, wie sich die Bauaufsicht seitens der Stadt gestaltet. Er könne das nicht nachvollziehen. Auch Ausschussvorsitzender Holger Köpcke äußerte sich: „Jede Woche ist Baubesprechung, und dass da nichts aufgefallen ist, verstehe ich nicht.“

Dass ihre Verwaltung wieder einmal von den Politikern kritisiert wurde, wollte die Bürgermeisterin nicht unkommentiert hinnehmen. Diese ewige Kritik an der Verwaltung gehe ihr gegen den Strich, verwies sie die Mandatsträger in die Schranken.

Der zuständige Mitarbeiter sei ständig vor Ort. Die Firma habe Absprachen nicht eingehalten. In diesem Punkt arbeiteten die nicht gut.

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