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Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 15:19 Uhr

Lobbyarbeit : Barrierefreie Gesellschaft

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Axel Vogt drückt aufs Tempo: Der Behindertenbeauftragte des Kreises Pinneberg möchte im ersten Quartal des kommenden Jahres damit beginnen, einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention für den Kreis Pinneberg zu erstellen. Morgen wird er dem Kreistag sein Konzept vorstellen und um Zustimmung werben, denn Vogt braucht Geld. „Der Aktionsplan legt fest, welcher Handlungsbedarf besteht“, sagte der Vater eines schwerbehinderten Jungen. Viele Kreise hätten sich bereits auf den Weg gemacht und arbeiteten an einem Konzept. In dieser Reihe möchte Vogt auch den Kreis Pinneberg sehen.

Dabei hat er ein erklärtes Ziel: Er will nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg notwendige Projekte diskutieren, sondern sie einbinden. „Das führt zu einem relativ breiten Beteiligungsprozess, den wir in Gang setzen wollen“, sagte er. Geht es nach ihm, sollen Profis die Erstellung des Aktionsplanes begleiten, eine Agentur, die Workshops mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten anbietet und die Arbeitsgruppen begleitet. Dafür braucht Vogt Geld, 70000 Euro, schätzt er, und das verteilt auf zwei Jahre. „Ich habe schon Gespräche mit den Fraktionen geführt, und die ersten Signale sind positiv.“ Allerdings gebe es auch Vorbehalte, räumte Vogt ein. Immer wieder schreckte seine Gesprächspartner offenbar der Gedanke, der Druck auf den Kreis könne wachsen, möglichst schnell viele der schließlich im Plan festgehaltenen Maßnahmen auch umzusetzen.

„Ich rechne damit, dass wir am Ende 50 bis 60 Punkte zusammengetragen haben, die zwingend abzuarbeiten sind. Natürlich entsteht dadurch ein gewisser Druck, aber der Aktionsplan ist kein Katalog aus sofort umzusetzenden Zwangsmaßnahmen“, so Axel Vogt. Zudem koste nicht jede Realisierung auch gleich Geld.

Noch laufen die Vorbereitungen für die Ausschreibung und die Besetzung der Workshops. Dazu erstellt die Verwaltung eine Liste mit allen Organisationen, die sich um Menschen mit Behinderungen kümmern. Alle anderen Bürger will Vogt mit Hilfe von öffentlichen Aufrufen erreichen und um Beteiligung bitten. „Wir müssen das Thema nachhaltig stärker in den Mittelpunkt rücken. Allerdings ist das ein Weg der kleinen Schritte“, sagte der Behindertenbeauftragte.

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erstellt am 07.Dez.2015 | 19:51 Uhr

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