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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 21:48 Uhr

Shakespeare : Barbara Werthers Zitatenschatz

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Frage nach der wahren Urheberschaft von William Shakespeares Werken gilt bis heute als eines der größten Rätsel der Literaturwissenschaft. Barbara Werther, Leiterin des Literaturkreises im Holmer Kulturverein, hat sich fast ein Jahr lang eingehend mit dem Thema beschäftigt und die Ergebnisse ihrer Arbeit in ihrem neuen Buch „Schlag nach bei Shakespeare“ zusammengefasst.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2012 | 20:16 Uhr

Darin erläutert sie, warum sie der These des Shakespeare-Kenners Kurt Kreiler folgt, der den 17. Earl of Oxford, Edward de Vere (1550-1604), als Urheber der Königsdramen, Komödien und Tragödien sieht. Dabei belässt es die pensionierte Studienrätin jedoch keineswegs, sondern würdigt auch die zahlreichen Shakespeare-Übersetzer und gibt einen Überblick über die Zitate aus seinen Werken.

Dass sie sich in diesem Band auf die Tragödien konzentriert, ist der Übersichtlichkeit geschuldet und macht vor allem aus Sicht des Lesers Sinn. So lässt sich das 112 Seite dicke Buch gut durchlesen, ohne dass man sich darin verliert. Oder man nimmt es je nach Stimmung immer mal wieder zur Hand. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum sich Barbara Werther zunächst der Tragödien angenommen hat: „Sie sind von einem ganz anderen Format als die Komödien, viel ergiebiger.“ Zudem offenbarten sie ein fundiertes geschichtliches Verständnis und seien gut lesbar. Sätze wie „Wer über Narben lacht, kennt keine Wunden“ (Romeo und Julia) oder „Hör jede Meinung, doch fäll selbst dein Urteil“ (Hamlet) sind längst als geflügelte Worte in die Sprache eingegangen.

Diesem Umstand trägt Barbara Werther mit dem Buch Rechnung. Akribisch hat sie die Originalzitate mit einem Hinweis auf die jeweilige Szene versehen, stellte anschließend nicht nur eine ältere Übersetzung, sondern auch die von Frank Günther und damit deutlich jüngere daneben. Die nach Werk unterteilten Kapitel beginnen jeweils mit einer Einführung samt Inhaltsangabe.

Dass sich Barbara Werther nach Friedrich von Schiller (2009) und Heinrich von Kleist (2011) nun Shakespeare widmet und dann auch noch eine Zitatensammlung veröffentlicht, war so nicht geplant. „Wegen der unklaren Autorenschaft, wollte ich an ihn nicht ran.“ Dann fielen ihr vier wunderschöne Bände mit den Werken des Engländers in einer Ausgabe von 1889 in die Hände. Ihr Vater Walter Schütz hatte sie ihr nach seinem Tod 1976 hinterlassen, darin Zitate markiert und kommentiert. „Es war, als würde er hinter mir stehen und mich ermutigen“, so Barbara Werther.

100 Exemplare des Buches sind erschienen, viele davon bereits zu einem Preis von zehn Euro pro Stück verkauft. Herausgeber ist der Holmer Kulturverein. Wer sich dafür interessiert, bekommt es im Weinhaus Alte Schmiede in Holm oder unter bawow@t-online.de direkt bei der Autorin.

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