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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 04:29 Uhr

Anonym : „Babyklappe“ erneut genutzt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ist das zweite Baby innerhalb der letzten zwei Jahre, das in der „Babyklappe“ des Pinneberger Klinikums abgelegt wurde. Und es ist wieder ein Mädchen. Bereits am 2. März wurde das Neugeborene, in einen rosa Strampelanzug gehüllte Kind gefunden; Krankenhausmitarbeiter gaben dem Kind daher den (inoffiziellen) Namen „Rosalie“.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2013 | 21:56 Uhr

Die Öffentlichkeit wurde erst jetzt informiert, weil bekannt ist, dass viele Frauen oder Familien sich noch innerhalb der ersten sieben Tage umentscheiden, und ihr Kind dann doch noch zu sich nehmen wollen. Bisher hat sich allerdings noch niemand gemeldet, weshalb das Kind nun vorerst in einer Pflegefamilie untergebracht wurde. Das rund 3500 Gramm schwere und 51 Zentimeter lange Mädchen ist erfreulicherweise gesund. Es kann nach einer Wartezeit von acht Wochen zur Adoption freigegeben werden.

Cornelia Lohmann-Niemann, die Leiterin des Fachdienstes Jugend/Soziale Dienste, appelliert allerdings an die Mutter oder die Eltern, sich doch noch zu melden. Sie hätten noch immer ein Recht an ihrem Kind; überdies werde im Klinikum in sehr vertraulicher Weise, mit viel Umsicht und äußerst schützend mit Müttern und Eltern umgegangen, die sich aufgrund ihrer persönlichen Situation offenbar genötigt sahen, ihr Kind über die „Babyklappe“ in die Obhut der Verwaltung zu geben. Bereits im November 2011 wurde ein neugeborenes Mädchen in der Pinneberger Babyklappe abgelegt. Emily, die seither in einer Pflegefamilie lebt, hat allerdings Kontakt zu ihrer Mutter. „Wir möchten die Mutter wirklich animieren, sich doch noch zu melden“, sagte Lohmann-Niemann. Es gebe viele Hilfsangebote, die auch für die vielleicht schwierige Situation der Mutter selbst Lösungen bereithalten. „Hier werden niemandem Vorwürfe gemacht“, sagte Lohmann-Niemann mit Blick auf die Tatsache, dass viele Betroffene schlicht Angst davor haben, sich überhaupt zu melden. Aber wer sich umentscheidet und sein Kind doch noch zurücknehmen möchte, der wird vom Kreis Pinneberg nicht alleingelassen. Eine Kontaktaufnahme mit den Behörden ist auch über Dritte möglich, beispielsweise über eine Kirchengemeinde oder eine Vertrauensperson.

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