zur Navigation springen

Behinderte : Axel Vogt krempelt öffentliches Leben um

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im Ringen um mehr Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben von behinderten Menschen hat der Kreis Pinneberger Behindertenbeauftragte Axel Vogt einen Etappensieg errungen!

Der Kreistag stellt ihm in diesem und im nächsten Jahr jeweils 35000 Euro zur Verfügung, damit er zusammen mit Betroffenen und Vertretern aller gesellschaftlichen Bereiche einen Aktionsplan als zukünftigen Handlungsrahmen für Politik und Verwaltung erstellen kann. „Mit dem Geld stoßen wir einen Beteiligungsprozess mit professioneller Begleitung an, in dem ein Fahrplan erarbeitet wird“, sagte Axel Vogt. Er soll die Antwort auf die Kernfrage liefern, was im alltäglichen Leben zu verändern ist, um von einer Behinderung betroffenen Menschen ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe zu ermöglichen.

Sobald das Land die Mehrausgaben genehmigt hat, beginnt die Suche nach Fachleuten, die den Prozess begleiten. Erst dann wird in einer Auftaktveranstaltung festgelegt, welche gesellschaftlichen Bereiche genauer unter die Lupe genommen werden. Arbeit, Schule, Wohnen, Freizeit, öffentliches Leben und öffentlicher Raum sowie Gesundheit dürften in jedem Fall auf der Liste stehen. „Wir planen in den kommenden zwei Jahren eine Reihe von Workshops mit jeweils bis 15 Personen“, so Vogt, selber Vater eines schwerstbehinderten Sohnes.

Das Ziel sind konkrete Handlungsanweisungen für Politik und Verwaltung. „Vieles wird schnell und kostengünstig umzusetzen sein“, sagte Axel Vogt, der als Beispiel den Bau einer Rampe vor dem Eingang zu einem öffentlichen Gebäude nannte. Abzuwarten bleibt, wie die Fraktionen auf Forderungen nach radikalen Lösungen reagieren. Und da könnte die Aufgabe der Drostei als Kulturstätte des Kreises Pinneberg ganz oben auf der Liste stehen. Weil das historische Gebäude unter Denkmalschutz steht, sind die Möglichkeiten eines behindertengerechten Umbaus begrenzt.

Das Ausmaß des Dilemmas wurde in der Vergangenheit bei der Diskussion um den nachträglichen Einbau eines Fahrstuhls deutlich. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Für Axel Vogt ein schwer erträglicher Zustand! „Weder behinderte Künstler noch behinderte Zuhörer können an den Veranstaltungen teilnehmen.“

Nach neuesten Schätzungen ist jeder zehnte Bürger im Kreis Pinneberg von einer temporären oder dauerhaften Behinderung betroffen, darunter auch Menschen, die aufgrund ihres Alters unter körperlichen Einschränkungen leiden. Etwa die Hälfte gilt als schwerbehindert.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Mär.2016 | 21:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert