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AWO-Treffräume : Autorin Dagmar Seifert war zu Gast

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Auch für eine Lesung eignen sich die AWO-Treffräume des MarktTreff-Gebäudes bestens. Nach einer Hobbykunstausstellung und regelmäßigen Veranstaltungen des AWO-Ortsvereins hatten nun Gemeinde, AWO und Bücherei erstmals zu einer Abendveranstaltung dorthin eingeladen.

AWO-Vorsitzende und Büchereileiterin Marion Sörensen begrüßte auch im Namen des erkrankten Bürgermeisters Udo Tesch die Autorin Dagmar Seifert und fast 30 Literaturinteressierte. Die Besucher nahmen an den hellen Holztischen und auf den bequemen Stühlen Platz, für die Autorin hatte Marion Sörensen einen Lesetisch mit Licht und Blumendekoration vorbereitet.

„Bürgermeister Udo Tesch lässt herzlich grüßen. Er freut sich, dass diese Lesung in den Treffräumen stattfindet. Wir sind ja noch in der Phase, in der wir ausprobieren, was alles möglich ist, um diese Räume mit Leben zu erfüllen“, so Marion Sörensen. Genutzt wurden nicht nur die beiden Räume, die durch das Öffnen der mobilen Trennwand in einen für die Teilnehmerzahl passenden Veranstaltungsraum umgewandelt wurden, sondern auch die zur Verfügung stehende kleine Küche.

Dort hatten die MarktTreff-Betreiber Britta und Manfred Langer den aus der Bäckerei Eggers georderten Zwiebelkuchen warm gehalten. Denn in der Lesungspause wurden Zwiebelkuchen, Federweißer und Erfrischungsgetränke gereicht. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die noch ein paar mehr Interessierte verdient gehabt hätte. Denn es war erstens – wie immer bei den Lesungen von Dagmar Seifert – ein Genuss, ihr zuzuhören. Und zweitens las sie aus ihrem erst im August erschienenen Buch „Friedensnacht – Wie Lene sich fürs Vaterland opferte“ vor.

Die Zuhörer in Heidgraben kamen somit in den Genuss einer der ersten Vorstellungen dieser Novelle. Interessiert und mit Neugierde auf den Fortgang der Handlung verfolgten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Lesung, waren hin und wieder amüsiert aber manchmal auch nachdenklich. Denn „Friedensnacht“ und die Protagonistin Helene handeln in den Weihnachtstagen des Ersten Weltkrieges 1914. Helene, sechzehnjährige Offizierstochter aus Blankenese, bleibt mit der ungeliebten und nur wenige Jahre älteren Stiefmutter zurück, als Vater und Bruder Harro in den Krieg ziehen müssen. Im Heimaturlaub schildert Harro schreckliche Szenen aus den Grabenkämpfen.

Doch Helene hatte in einem Schulaufsatz erklärt, jederzeit bereit zu sein, sich selbst aus patriotischen Gründen zu opfern. Und als sich ihrer Meinung nach die Gelegenheit bietet, zögert sie nicht. Raffiniert und entschlossen verhindert sie, dass ihre Stiefmutter ausgerechnet am Heiligen Abend die Familie verlässt ... Gleichzeitig schweigen an der Front die Waffen. Die Weihnachtsnacht wird dort zur Friedensnacht. Doch der Krieg dringt mehr und mehr in das tägliche Leben und dauert viel länger als erwartet. Die Perspektive der 16-Jährigen Helene verleiht der Novelle bisweilen einen sinnlichen Hauch.

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erstellt am 27.Okt.2014 | 20:42 Uhr

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