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Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 14:49 Uhr

Frauenhaus Pinneberg : Autonom und feministisch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit einer Fotopräsentation und einem Empfang ist gestern das 25-jährige Bestehen des Frauenhauses Pinneberg gefeiert worden. In den Gemeinderäumen der Christuskirche trafen sich dazu Mitarbeiterinnen, Freunde, Unterstützer, Politiker und Gleichstellungsbeauftragte.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 18:27 Uhr

Pinnebergs Bürgervorsteherin Natalina Boenigk würdigte die Arbeit im Frauenhaus. „Hier werden eine Zuflucht und ein Schutzraum geschaffen, hier können Verletzungen heilen, hier werden Netzwerke aufgebaut, und hier bekommen Frauen eine Perspektive“, sagte sie. Sie sei „schwer beeindruckt“ von der geleisteten Arbeit.

Gleichzeitig bezeichnete Boenigk den Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Es ist schlimm genug, dass wir überhaupt Frauenhäuser brauchen“, sagte die Christdemokratin. Das Frauenhaus Pinneberg, ein autonomes und feministisches Projekt mit geheimer Adresse, wurde von Monika Brackert-Anders gegründet. Regulär können hier 15 Personen unterkommen, bei Bedarf ist Platz für zusätzliche Notbetten. Die Auslastung liegt im Jahresdurchschnitt zwischen 80 und 90 Prozent. „Die meisten Frauen sind weit unten, wenn sie es endlich schaffen, den Weg ins Frauenhaus zu gehen“, erinnerte Natalina Boenigk. Silke Lechterbeck vom Team der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen drückte es anders aus: „Wenn die Frauen zu uns kommen, haben sie lange im Dunkeln getappt.“

Die Einrichtung, so Lechterbeck, sei geschaffen worden, um schnell und unbürokratisch einen Schutzraum anbieten zu können. „Ganz im Gegensatz dazu brauchen die seelischen Wunden, mit denen Frauen und Kinder zu uns kommen, viel Zeit um zu heilen“, so Silke Lechterbeck.

Getragen wird das Frauenhaus von einem Verein und unterstützt von einem großen Netzwerk aus Justiz und Polizei, Anwälten und Ärzten sowie zahlreichen sozialen Einrichtungen im Kreis Pinneberg. Sie kümmern sich auch um die Kinder, die ebenso leiden wie ihre Mütter „Kinder lernen bei uns, dass ihre Gefühle und Bedürfnisse genauso wichtig sind wie die ihrer Eltern“, sagte Mitarbeiterin Silke Lechterbeck.

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