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Uetersener Nachrichten

17. Dezember 2017 | 04:12 Uhr

Innovation : Auszeichnung für einen Jungbauern

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Hauke Pein vom Almthof ist der innovativste Jungbauer Deutschlands. Diese Erkenntnis hat der Appner vom „First European Congress of Young Farmers“ aus Brüssel mitgebracht. Und er wurde als einer der modernsten Landwirte in der EU ausgezeichnet.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 19:18 Uhr

Hauke Pein war der einzige Bauer aus Deutschland, der zu dem Wettbewerb zugelassen wurde. 65 junge Männer und Frauen aus der EU, aufgeteilt in drei Kategorien, schafften es mit ihrer Geschäftsidee. Mit einem vierten Platz konnte der 27-Jährige nach Hause fahren. Als „soziale Innovation“, so Maren Pein, wurde der Almthof bei dem Brüsseler Kongress ausgezeichnet. Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft hat man sich auf die Fahnen geschrieben, Motto „Erlebnisbauernhof und Café“.

Als Betriebsleiter übernimmt Hauke Pein Verantwortung auf dem elterlichen Hof. Einen „gläserneren Betrieb“ hat die Familie geschaffen. Besucher können sehen, wie zum Beispiel Milch produziert wird. 100 Kühe stehen auf dem Hof. „Alle Ställe sind offen“, stellt Jürgen Pein klar.

40000 Besucher kommen jährlich auf den Pein-Hof. Hauptsächlich sind es junge Familien aus Hamburg und dem Kreis, hat Hauke Pein im Rahmen einer Befragung herausgefunden, die er für seine Abschlussarbeit an der Fachhochschule für Agrarwirtschaft in Rendsburg erstellte. „Das Wissen über die Landwirtschaft ist bei den Besuchern gleich Null“, so Maren Pein. Nur durch Zufall haben sie von dem Wettbewerb gehört. Davon berichtete eine Praktikantin, die sich in Bayern für die Landjugend engagiert.

In anderen Ländern war dem Kongress wesentlich mehr Bedeutung beigemessen worden, was die Teilnehmerzahl der Delegationen belegt. Hauke Pein war zusammen mit seiner Mutter in die EU-Hauptstadt gereist. Vater Jürgen musste weiter den Hof versorgen. Die Zwei-Personen-Delegation aus Deutschland wirkte kümmerlich etwa gegen die mehr als 50 Teilnehmer aus Slowenien.

Zehn Minuten konnte jeder Jungbauer seinen Hof vorstellen. Die Peins hatten Poster gedruckt mit kurzen Erläuterungen und Fotos vom Almthof. Ein Hauch von Europa wehte bei den Präsentationen. Alle Vorträge wurden von Dolmetschern in 13 Sprachen übersetzt. Direkt abgeguckt hat sich der Agronom nichts bei den anderen innovativen Jungbauern. Allerdings war er sehr beeindruckt vom Gewinner, aus Österreich. Hauke Pein: „Der hat eine Weinbergschneckenzucht aufgebaut, beliefert jetzt zahlreiche Sterne-Restaurants und verdient damit viel Geld.“

Gut ausgebildet und mit zusätzlichen Standbeinen

Der Landwirtschaft fehlt der Nachwuchs. Nur sechs Prozent der Bauern in der EU sind jünger als 35. Geschätzt wird, dass 4,5 Millionen in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen werden. Besonders schlecht ist es um den Nachwuchs in Spanien, Portugal und den osteuropäischen Staaten bestellt.

Deswegen hat die „Europäische Volkspartei (EVP), der Zusammenschluss der christlich-demokratischen und konservativ-bürgerlichen Fraktionen im EU-Parlament, den „First European Congress of Young Farmers“ organisiert. Aufgezeigt werden sollte, dass innovative Landwirtschaft eine Zukunft hat und ein sinnvolles Betätigungsfeld für junge Menschen ist.

In Deutschland sind die Nachwuchsprobleme deutlich geringer, erklärt Hauke Pein vom Almthof. Zwar geben kleinere Betrieb auf, der Strukturwandel geht weiter. Doch wer gut ausgebildet sei, etwa zur Meisterschule oder auf die Fachhochschule ging, bringe beste Voraussetzung mit, erklärt Jürgen Pein. Zudem sei es wichtig, sich weitere Standbeine zu schaffen, etwa durch eine Biogasanlage oder ein Hofcafé, ergänzt Maren Pein.

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