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Jenisch : Ausstellung über das Leben Caspar Voghts

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Eine umfassende Darstellung über das facettenreiche und interessante Leben und Wirken Caspar Voghts (1752-1839) ist jetzt in einer Ausstellung zu sehen. Im Jenisch Haus im Jenisch Park (Klein Flottbek) wird die Bedeutung des Kaufmanns, Sozialreformers, Kosmopoliten, Gartengestalters, Landschaftsexperten, Theater- und Kunstfreund gewürdigt. Auch galt Voght als ein begehrter, geistreicher Gesprächspartner, der auch freundschaftliche Briefkontakte zu Damen pflegte. Der Titel der informativen Schau „Caspar Voght – Weltbürger vor den Toren Hamburgs“ weist daraufhin, dass Voght zu den bedeutendsten Hamburger Persönlichkeiten in der Zeit um 1800 zählte. Er war weit über die Grenzen Norddeutschlands bekannt, doch gehört er noch „zu den großen Unbekannten der Hamburger Kulturgeschichte“.

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erstellt am 16.Apr.2014 | 21:43 Uhr

Die Räume in der ersten Etage sollen künftig dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Hier blickt der Besucher auf das Portrait Voghts als vornehm gekleideter, stattlicher Mann. Des Weiteren ist seine gut bestückte Bibliothek zu sehen und im nächsten Raum eine prächtig gedeckte Tafel mit wertvollem Porzellan aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Das Service aus 81 Teilen mit dem Dekor der Ackerwinde hatte Voght 1803 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III als Geschenk erhalten. Damit sollten seine Verdienste um das Armenwesen gewürdigt werden.

Caspar Voght war es, der 1785 in Klein Flottbek seine „Ornamented farm“, ein in England entwickeltes Modell einer Parklandschaft mit integrierten landschaftlichen Nutzflächen anlegte. Er experimentierte mit neuen Dünger- und Anbaumethoden und baute für seine Landarbeiter die heute noch vorhandenen historischen Reihenhäuser in der Baron-Voght-Straße. Aus finanziellen Gründen musste Voght sein Gut 1828 an Martin Johann Jenisch verkaufen. So wurde aus Teilen der „Ornamented farm“ der heutige Jenisch Park. Voght war auch Kaufmann und importierte Seide, Kaffee, Tabak und Kautschuk aus Übersee, sah dieses aber eher als notwendiges Übel an. Lieber unternahm er Reisen mit Geistesverwandten und schrieb Briefe. Diese Briefe und Urkunden, welche die Reform des Armen- und Gefängniswesen belegen, Papiere über seine landwirtschaftlichen Projekte sowie Gemälde sind im zweiten Stock zu sehen. Die interessante Ausstellung ist bis zum 23. November geöffnet.

Führungen sind jeweils sonntags um 15 Uhr. Der Besucher kann sich mit einer kostenlosen App im Haus mithilfe seines Smartphones oder Tablets durch Park führen lassen.

Öffnungszeiten: Di. - So. 11-18 Uhr. Hans-Jörg Czech u. a. brachten im Michael Imhof Verlag einen Katalog mit 240 Seiten und farbigen Abbildungen heraus.

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