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Tierschutz : Ausgesetzte „Gini“ findet neue Familie

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vor lauter Wut hat Petra Korte Annoncen in den Uetersener Nachrichten und im UeNa-Tip geschaltet: „Wer??? Setzt regelmäßig in bitterer Kälte junge Katzen in Altenfeldsdeich aus???“, war am Dienstag und Mittwoch zu lesen. Dazu setzte die 50-Jährige den gepfefferten Ausruf: „Du herzloses Schw....!“

Vor drei Wochen hätte die Haseldorferin beinahe ihren Augen nicht getraut. Vor ihrer Haustür an der Straße nach Heist tapste eine flauschige dreifarbige Katzenwelpe durch das Gras. Der Anblick rührte Kortes Herz. „Die Nächte sind wieder einmal bitter, bitter kalt und die Kleine tut mir permanent leid“, schrieb sie der UeNa-Redaktion. Als Betreiberin eines Hundehotels hat Korte ein Händchen für Tiere. Fürsorglich stellte sie dem höchstens drei Monate alten Kätzchen Futter hin und gab ihm den Namen „Gini“.

Korte ist sich sicher, keine wilde Katze gefunden zu haben. „Sie war gut genährt und nicht ganz scheu“, sagte sie gestern. Aus der Nachbarschaft stammte „Gini“ auch nicht. Für Korte ist daher klar: „Jemand setzt hier Kätzchen aus.“ Und das offensichlich nicht zum ersten Mal. Im Februar sammelte Korte den Kater „Samy“ auf, der ebenfalls höchstens drei Monate alt war. Der Nachbar fand zur gleichen Zeit zwei Katzenwelpen. Eines sah „Samy“ wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich. Hat jemand die Tiere von Haustür zu Haustür verteilt? Korte ärgert sich. Ihre Nachbarn haben inzwischen fünf zugelaufene Katzen, Korte sechs. Sie kümmern sich um die Vierbeiner, füttern sie, fahren sie zum Tierarzt, bangen, dass sie auf der Tempo-70-Straße überfahren werden könnten. Korte betonte: „Ich möchte, dass der, der sie aussetzt, sich mal diese Gedanken macht.“

Für Harald Bredfeld, den stellvertretenden Vorsitzenden des Tornescher Tierschutzvereins, ist der Fall typisch. „Die Katzen werden nicht kastriert und vermehren sich“, benennt das Problem. Mit Weihnachten ergebe sich ein weiterer Umstand: Tiere werden verschenkt und hinterher entsorgt. „Am Anfang ist das alles lieb und schön. Aber wenn sie größer werden, werden sie nicht mehr so geliebt“, so Bredfeld. Er rät: Wer Tiere zu Weihnachten verschenken will, sollte sich das gut überlegen. „Man sollte das mit der ganzen Familie bedenken. Welche Allergien gibt es? Was mache ich in der Urlaubszeit? Was muss ich bei Auslandsfahrten beachten?“, so der Tierschutzexperte.

„Gini“ hat inzwischen eine neue Familie gefunden. Sie schloss sich den Maran-Hühnern auf Kortes Hof an. „Sie zieht morgens mit ihnen um das Grundstück, als wäre das jetzt ihre Clique“, berichtete die Haseldorferin gestern amüsiert. Sie hofft, dass andere ausgesetzte Kätzchen nicht ersäuft werden.

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erstellt am 20.Dez.2012 | 19:09 Uhr

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