zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 08:09 Uhr

Fachveranstaltung : Ausgebuchter Fachtag

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Traumata – Pädagogische Herausforderungen und mögliche Antworten“ war der Titel eines Fachtages im Elmshorner Kreishaus. Gemeinsam mit dem Elmshorner Wendepunkt e. V. organisierte das Schulamt Pinneberg die Veranstaltung zu der rund 60 Fachleute erschienen waren. Die Themen: Innerfamiliäre Traumatisierungen, Folgen für Mädchen und Jungen sowie Handlungsmöglichkeiten in Schule und Jugendhilfe.

„Anlass der Veranstaltung war die Beobachtung, dass immer mehr Kinder und Jugendliche in der Schule sehr auffällig sind und verschiedene Hilfen wenig Abhilfe schaffen“, erläutert Ulrike Bendiks, Koordinatorin für schulische Erziehungshilfen beim Schulamt des Kreises. Um dem entgegen zu wirken, sollen nun auch Erkenntnisse der Psychotrauma- und Hirnforschung zur Anwendung kommen. „Dabei wissen wir nicht immer viel darüber, was und wie die Kinder leben und erleben, welche belastenden Erfahrungen sie bisher gemacht haben und wie sich die Erfahrungen heute auf die beobachteten Verhaltensweisen und Haltungen der Kinder auswirken“, so Bendiks weiter. Es wurde dargestellt, bei welchen familiären Belastungen die Entwicklung besonders problematisch ist und durch welche Faktoren dieser ungünstige Verlauf beeinflusst wird. „Viel häufiger als bisher angenommen wirken sich Belastungen in besonders belasteten Familien traumatisierend auf die Kinder aus und wir stellen hier durchaus einen spezifischen, traumafokussierten Unterstützungsbedarf fest“, weiß Yvette Karro, Diplom-Soziologin und Traumafachberaterin beim Wendepunkt e. V., zu berichten.

Beide Organisatorinnen des Fachgesprächs freuten sich über die hohe Teilnehmerzahl der Veranstaltung, die dazu führte, dass nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten. „Das zeigt, dass es zu dem Thema einen großen Informationsbedarf gibt“, stellen Bendiks und Karro übereinstimmend fest.

In seinem Vortrag verdeutlichte Alexander Korittko, Diplom-Sozialarbeiter und Mitbegründer des Zentrums für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen, die Trauma-Dynamik unter neurologischen und bindungsrelevanten Aspekten und ihren Folgen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Im Anschluss daran wurde untersucht, was Kinder und Jugendliche zur Erholung von traumatischem Stress benötigen, Außerdem wurden die Prinzipien der so genannten traumaorientierten Pädagogik erörtert. Anhand von Fallbeispielen aus dem Berufsalltag konnten die Themen sehr praxisnah bearbeitet und Ressourcen gebündelt werden.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Feb.2014 | 18:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert