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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 16:06 Uhr

Investition : Aus hässlich soll schön werden

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Dass ein kostspieliger Sachverhalt von allen Seiten als „gerecht“ eingestuft wird, ist kaum vorstellbar. Beim Thema Straßenausbaubeiträge gibt es anscheinend keine als gerecht empfundene Lösung. In Schleswig-Holstein hat der Gesetzgeber den Kommunen die Wahlfreiheit gelassen: Einmalzahlungen der Anwohner oder wiederkehrende Beiträge aller. An das letzte Thema trauen sich die Uetersener Politiker nicht heran, weil sie das vom Landtag erlassene Gesetz für schlecht und juristisch angreifbar halten. Daher belasten sie nach wie vor jene, die unmittelbar von einem neuen Ausbauzustand profitieren: die Eigentümer der betreffenden Grundstücke.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 19:09 Uhr

Nicht anders wird jetzt am Ahornweg, der in diesem Jahr ausgebaut werden soll, verfahren. Es entstehen Bruttokosten in Höhe von einer Million Euro. Nicht alle Kosten sind umlagefähig, jedoch ein beträchtlicher Teil, den sich Stadt (15 Prozent) und die Eigentümer (85 Prozent) teilen. Baubeginn ist im April dieses Jahres. Die Straße soll bis zum Winter 2015 fertig gestellt sein.

Die Fahrbahn, so der Beschluss der Ratsmitglieder, wird dabei auf einer Breite von 5,50 Metern ausgebaut, wobei Betonsteinpflaster verwandt wird. Diese Art der Straßenoberflächengestaltung hat sich in Uetersen bewährt, weil sie im Gegensatz zu Asphalt „reparaturfreundlicher“ ist. Muss die Asphaltdecke aufgebrochen werden, weil im Untergrund eine Sanierung erfolgen soll, verbleibt am Ende immer eine Narbe, die nicht selten frostanfällig ist. Pflaster ist diesbezüglich wesentlich unkomplizierter. Große Kostenunterschiede zwischen Asphalt und Pflaster bestehen nicht.

Neben der Straßenoberfläche werden auch die straßenbegleitenden Gehwege neu erstellt. Die vorhandenen Stellplätze in Senkrechtaufstellung werden ebenfalls mit Betonsteinpflasteroberfläche hergestellt.

Doch bevor frisch gepflastert wird, hat die Abwassergesellschaft Uetersen das Sagen. Die beauftragten Ingenieure und Fachleute verlegen neue Abwasser- und Regenwasserrohre. Zum Teil müssen die Leitungen ausgetauscht werden, weil sie nach Angaben der Abwassergesellschaft hinsichtlich ihrer hydraulischen Dimensionierung nicht mehr auskömmlich sind.

Der Beginn der Bauarbeiten ist unmittelbar nach Ostern geplant. Zusammen mit der Firma Vollert Tiefbau aus Büdelsdorf (bei Rendsburg) fungiert die Firma IBB Elmshorn als Partner der Abwassergesellschaft.

Eine zusätzliche Begleitung erfolgt durch das Büro „ZUG“ (Ziegenmeyer UmweltGeotechnik). Das wird erforderlich weil der Boden unterhalb der bestehenden Asphaltdecke zum Teil stark verseucht ist.

Festgestellt wurde eine starke Belastung mit PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), bis zu sechs Gramm/Kilogramm, das ist eine Stoffgruppe organischer Verbindungen, die beim Menschen inzwischen als stark krankheitsfördernd eingestuft werden. Insofern werden die Arbeitskräfte bei der Entsorgung dieses gefährlichen Abfalls nicht nur fachlich begleitet, sondern auch besondere Schutzkleidung tragen.

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