Fußball : Aus der Not entstand beim FCU ein U19-Team

4287159_800x450_54c13356ecdc0.jpg

In den vergangenen Jahren spielten die B- und C-Mädchen des FC Union Tornesch noch regelmäßig um die Hamburger Meisterschaft und den Pokalsieg mit. Die C-Mädchen gewannen den Pokal 2013 und wurden 2012 sowie 2013 jeweils Hamburger Futsal-Meister. Die B-Mädchen wurden sowohl 2012 als auch 2013 Hamburger Meister und verpassten im Sommer 2012 nur hauchdünn den Aufstieg in die damals neu gegründete B-Mädchen-Bundesliga, weil sie im Elfmeterschießen beim Hamburger SV verloren.

shz.de von
22. Januar 2015, 18:26 Uhr

Im Sommer 2014 gab es bei den B-Juniorinnen des FCU aber „eine relativ große Zäsur“, wie Reinhard Kramer, langjähriger Erfolgscoach der B- und C-Mädchen, es ausdrückte. „Aus verschiedensten Gründen haben sich zahlreiche Spielerinnen verabschiedet“, präzisierte der Trainer. Höhere schulische Anforderungen und der weite Anfahrtsweg nach Tornesch waren zwei der Gründe, die ihm dafür von den abwandernden Spielerinnen genannt wurden.

Manja Rickert und Anna-Katharina Seme, die lange Jahre beim FCU kickten, gingen zudem zum HSV. „Ihnen ist der Abschied nicht leicht gefallen – aber sie sind sehr ehrgeizig und waren mit der Trainingsbeteiligung bei uns in der letzten Saison unzufrieden“, so Reinhard Kramer, der einräumte: „In der letzten Spielzeit hatten wir nicht mehr die Leistungsdichte der vorherigen Jahre. Einige Spielrinnen sind an ihre Leistungsgrenzen geraten und auch, was die Punkte Leistungsbereitschaft und FCU-Seele angeht, waren einige Defizite festzustellen.“

Melena Lux blieb dem Verein treu, kickt nun aber für die männliche B-Jugend in der Bezirksliga. Damit folgt sie auch einer Empfehlung des Hamburger Fußball-Verbandes, der es gutheißt, wenn junge Kickerinnen beim männlichen Nachwuchs mitmischen. Auch deshalb kam für die aktuelle Saison 2014/2015 leider keine B-Mädchen-Verbandsliga-Staffel mehr zustande: „Das ist ein weiterer Baustein für die Ausdünnung des Mädchen-Fußballs“, bedauert Kramer diese Entwicklung.

Weil die Tornescherinnen in diesem Sommer nicht mehr genügend Spielerinnen für ein B-Mädchen-Team zusammenbekamen und Kramer den Start als Siebener-Team ablehnte, entstand die Idee, eine U19-Frauen-Mannschaft zu gründen. „Davon waren schnell alle begeistert, weil wir damit unsere jüngeren Spielerinnen des Jahrgangs 1999 halten konnten“, sagte Kramer. Der Trainer traf intern die Absprache, mit seiner Tochter Kim sowie Ronja Krohn, Alexandra Möller, Benita Thiel, Yasmin Wachter und Kathleen Wongel auch sechs Spielerinnen, die inzwischen beim FCU dem Frauen-Kader angehören, einsetzen zu können. „Sie passen sportlich und menschlich perfekt in unser U19-Team und sollen die Jüngeren an die Hand nehmen“, erklärte der Coach.

Für die U19-Frauen gab es bisher vier Siege sowie zwei Niederlagen (mit 3:4 und 2:5 gegen das bärenstarke Farm-Team der 2. Frauen des HSV Barmbek-Uhlenhorst). „Mir geht es aber überhaupt nicht um Ergebnisse, sondern um die Weiterentwicklung der jungen Spielerinnen – und da sind wir auf einem guten Weg“, so Kramer, der davon überzeugt ist, dass die rauere Gangart im U19-Bereich ein „guter Vorgeschmack“ auf den Frauen-Bereich ist, wo es noch härter zur Sache geht.

Für die Restrunde bekommen die U19-Frauen Verstärkung: Irina Prodanova, die zuletzt für die HSV-U17-Mädchen in der Bundesliga am Ball war, schloss sich den Tornescherinnen an. Im Sommer 2015 können alle FCU-Spielerinnen, die aktuell für die U19 am Ball sind, in den Frauen-Bereich überführt werden. „Die Spielerinnen des 99ziger-Jahrgangs können wir freiholen, alle anderen sind dann sowieso für den Erwachsenen-Bereich spielberechtigt“, weiß Reinhard Kramer.

Ob es zeitnah wieder ein Mädchen-Team bei Union geben wird, steht in den Sternen. Einige waren der Meinung, dass mit der neuen Sportanlage auch neue Spieler/innen von den Bäumen fallen – das ist bisher aber nicht der Fall. „Und es ist nicht mein Anspruch, Mädchen aus Pinneberg, Elmshorn oder Moorrege abzuwerben“, so Kramer, der abschließend betonte: „Ich bin davon überzeugt, dass alle aktuellen Mädchen-Spielerinnen gut in unseren Frauen-Teams Fuß fassen werden!“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert