Jubiläum : Aus dem Dorf, für das Dorf

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1239 ist Hetlingen erstmals urkundlich erwähnt worden. Das Geestdorf besteht also seit 775 Jahren. Das Jubiläum soll am kommenden Wochenende gefeiert werden (Details finden Sie im unten stehenden Artikel).

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30. Juni 2014, 21:29 Uhr

Auf eine Großveranstaltung, die auch auswärtige Gäste anziehen würde, haben die Hetlinger bewusst verzichtet. „Es soll ein Fest werden“, erklärt Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU), „das aus dem Dorf und für das Dorf organisiert wird.“ Eine fünfköpfige Arbeitsgruppe hat die organisatorischen Fäden in Händen gehalten. Neben Monika Riekhof sind es Angelika Kock-Wenzel, Silke Meinel, Margit Tolle und Sonja Wehner. Die Chef-Organisatorinnen konnten auf eine breite Unterstützung aus dem Dorf setzten. „Wirklich alle Vereine, Institutionen und Organisationen sind dabei“, freut sich die Bürgermeisterin.

Zu dem Dorfjubiläum wurde eine Festschrift herausgegeben, in der nicht nur alle Bürgermeister der umliegenden Kommunen ein Grußwort schreiben durften. Einrichtungen und Vereine des Bandreißerdorfes bekommen Raum sich vorzustellen. In ihrem Vorwort heben die beiden stellvertretenden Bürgermeister Michael Rahn und Alexandré Thomßen – Barbara Ostmeier war bei der Drucklegung zurückgetreten, ihre Nachfolgerin Monika Riekhof noch nicht gewählt – drei Männer hervor, die sich besonders um die Aufarbeitung der Gemeindegeschichte verdient gemacht haben. Dies sind neben dem Vorsitzenden des Kulturvereins, Jonn-Heinz Bernhardt, der die neue Dorfchronik zusammengestellt hat, die beiden Heimatforscher Werner Eydeler und Jonny Wrage. 1239 wird eine adlige Familie „de Hetlinge“ erwähnt. Der Geesthügel ist kontinuierlich als Siedlingsplatz sächsischen Ursprungs nachzuweisen. Die Fläche bot sich an, da damals die Marsch stets von Sturmfluten und Hochwasser bedroht war. Erst 1709 erfolgte die Eindeichung.

Ein geschichtsträchtiger Ort ist die Hetlinger Schanze. Um 1659 ließ der dänische König das Bauwerk mit einem Wall und vier Bollwerken errichten. Auslöser war ein Überfall der Schweden ein Jahr zuvor, dem 60 Höfe in der Haseldorfer Marsch sowie Uetersen und sein Kloster zum Opfer fielen. Die Hetlinger Schanze hielt mehreren schwedischen Angriffen stand.

Prägendes Ereignis der jüngeren Geschichte ist der Deichbruch 1976 am Holmer Geesthang. Es waren keine Menschenleben zu beklagen, doch Tausende Stück Vieh verendeten in der Haseldorfer Marsch.

Programm

Mit einem Festumzug um 14 Uhr beginnt die Jubiläumsfeier am Sonnabend, 5. Juli. Die Hetlinger, die längs der Strecke wohnen, sind aufgerufen, Häuser, Zäune und Hecken zu schmücken. Ab 16 Uhr wird auf dem Sportplatzgelände und in der Mehzweckhalle gefeiert. Es gibt Aktionen für die Erwachsenen und Spiele für Kinder. Von 18 bis 22 Uhr grillt die Feuerwehr. Um 20 Uhr startet die Disco im Festzelt.

Am Sonntag, 6. Juli, um 11 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Hetlinger Kirche. Ab 13 Uhr wird es im Festzelt offiziell. Dann beginnt der Empfang der Gemeinde. (tp).

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