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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 00:55 Uhr

Marketing : Aufreger oder ganz normal am Markt?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Die preiswerte Lösung für Haushalt und kleinere Gewerbebetriebe“, so bewerben die Stadtwerke Tornesch derzeit ihren „Rosariumstrom“.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2012 | 21:13 Uhr

Es handelt sich um „Graustrom“, der zu großen Teilen aus Kern- und Kohlekraft stammt. In Uetersen stößt diese Marketing-Idee, die sich an Kunden im Tornescher Umland (Netzgebiet der Schleswig-Holstein Netz AG) richtet, auf ein geteiltes Echo. Alles andere als amüsiert zeigten sich Hans-Dieter Witt (BfB), Ingo Struve (SPD) und auch Rolf Maßow (FDP). Doch auch Kai Feuerschütz (CDU war im UeNa-Gespräch alles andere als erfreut über diese „nicht ganz saubere“ Art, mit Attributen aus der Nachbarstadt zu werben. „Einerseits wollen wir derzeit prüfen, ob wir mit Tornesch fusionieren wollen. Auf der anderen Seite machen sie so etwas. Ich denke, dass sich alle Beteiligten zusammensetzen sollten, gerade weil wir hier von Stadtwerken reden. Sie beinhalten einen kommunalen Teil. Ich möchte aber keine Schlagzeile produzieren. Erwachsene Leute sollten an den Tisch“, so Feuerschütz. Rolf Maßow: „Für mich ist das kein Aufreger. Es ist ein ganz normaler Vorgang im Wettbewerb wirtschaftlich handelnder Firmen. Da muss man keine gegenseitige Rücksicht üben und sich schonen. Ich gehe davon aus, dass wir uns in Zukunft auch keinerlei Rücksicht auferlegen werden. Zum Beispiel hinsichtlich des Gebietsschutzes. Wenn die andere Seite meint, dass es ein Markt ist, dann könnten wir das ja auch machen in Zukunft.“

Hans-Dieter Witt wird etwas deutlicher: „Tornesch hat nicht zu werben mit Uetersener Attributen. Das müsste verwaltungsseitig abgeklärt werden. Wenn nicht das Uetersener Rosarium gemeint ist, sollten sie es hinschreiben. Aber wenn damit in den UeNa geworben wird, dann ist Uetersen gemeint.“Ingo Struve gibt zu bedenken: „Ich fand es schon damals, als von dem Sondertarif zum ersten Mal zu hören war, seltsam. Wenn man mit Tornesch über die Fusion verhandelt, dann finde ich ein solches Verhalten merkwürdig. Die Stadtwerke Tornesch würden damit nicht mehr werben, sagte man uns vor drei Monaten. Ich finde es ungehörig, dass man so etwas macht, zu diesem Zeitpunkt.“

Eine Aufkündigung des Gebietsschutzes kann sich auch Struve vorstellen. Für ihn gehört das Thema in die zuständigen Gremien der Stadtwerke Uetersen. Es müsse also im Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung besprochen werden. Uetersens Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Tietje kommentiert nüchtern: „Wie schlecht muss es einem gehen, damit er auf solche Mittel zurückgreifen muss?“

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