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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 19:59 Uhr

Liether Moor : Aufforstung oder Waldbildung?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ist das Liether Moor regelwidrig aufgeforstet worden? Davon geht der Verein für extensive Robustrinderhaltung aus. Der ehemalige Vorsitzende Dieter Wichmann beobachtete in den Jahren 2008 bis 2014 Baumpflanzungen im Kerngebiet des Landschaftsschutzgebiets (LSG) 07. Er wundert sich, denn laut Kreisverordnung ist „die erstmalige Aufforstung bisher nicht als Wald genutzter Grundflächen“ in diesem Gebiet verboten.

Wichmann berichtete den UeNa, dass die Anpflanzungen dem Moor zudem die typischen freien Sichtachsen genommen hätten. Die Verordnung bezeichnet es dagegen als Schutzzweck, „die offenen, zusammenhängenden Grünlandbereiche für das Landschaftsbild zu erhalten“.

Vor einem Jahr fragte Wichmann die für den Verein zuständige Gemeinde Klein Nordende, ob die Aufforstung rechtens sei. Auf eine offizielle Antwort wartet er bisher vergeblich. Die Uetersener Nachrichten erhielten nun Auskunft aus dem Kreishaus.

Nach Aussage von Kreissprecher Oliver Carstens genehmigte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) einst dem Liether Moorverein, sogenannte Waldbildungsmaßnahmen vornehmen zu lassen. Die Landwirtschaftskammer Schleswig- Holstein habe diese Arbeiten sowohl in der Kern- als auch in der Randzone des LSG verrichtet, insgesamt auf drei Hektar. Carstens betont: „Bei der beantragten Maßnahme handelt es sich nicht um eine klassische Aufforstung nach forstlichen Gesichtspunkten, sondern um eine Waldbildungsmaßnahme mit Naturschutzqualitäten.“ Aufforstung unterscheide sich von Waldbildung darin, dass letztere wirtschaftlich weniger genutzt werde.

Grundsätzlich sähen die Pläne für das Liether Moor „in Teilen einen Umbau und eine Ergänzung des vorhandenen Waldbestandes“ vor, denn die Bäume am Rand der schützenswerten Moorparzellen würden deren Austrocknung durch Wind und das Hineinwehen von Nährstoffen verhindern.

Zudem grenzten die bepflanzten Flächen ausnahmslos an vorhandene Wälder an. „Die Standorte sind deutlich höher gelegen und somit nicht den Moorentwicklungsflächen und auch keinen gesetzlich geschützten Biotopen zuzuordnen. Mit den Waldergänzungen findet keine Veränderung des Moorcharakters statt“, schreibt Carstens. Deshalb habe die UNB das Projekt „naturschutzfachlich unterstützt“.

Wichmann empfindet das Vorgehen der Behörde als willkürlich. Erst nach längerem Tauziehen hatte der Kreis dem Robustrinderverein eine Duldung für das Aufstellen eines Bauwagens und eines Dixiklos an der sogenannten Kuhschule im Landschaftsschutzgebiet ausgesprochen.

Der neue Chef heißt Nils Ulrich

Nach langem Streit mit dem Kreis Pinneberg über die Rechtmäßigkeit der Kuhschule des Robustrindervereins hat Dieter Wichmann den Posten des Vorsitzenden abgegeben. „Letztlich geht es hier um meine Gesundheit“, sagte der 71-Jährige gegenüber den UeNa. Seit Vereinsgründung vor vier Jahren hatte er an dessen Spitze gestanden. Er bleibt als Beisitzer im Vorstand.

Zum neuen Vorsitzenden wählten die Mitglieder bei ihrer Jahreshauptversammlung einstimmig Nils Ulrich. Der 45-jährige Datensicherheitsberater stieß vor einem Jahr zu den Rinderzüchtern. „Ich bin Hobby-Griller und dem regionalen Fleisch verschrieben“, sagte er gegenüber den UeNa. Ihn überzeuge das Konzept, mit Kühen die Landschaft zu renaturieren und das Moor wieder aufleben zu lassen. Der Verein hält im Liether Moor auf 35 Hektar 33 Tiere. Mit einem Internet-Shop baute Ulrich bereits den Verkauf von Lebendtieren und Fleisch aus.

Zur neuen Schriftführerin wurde Sandra Jantzen gewählt. Neuer Kassenwart ist Hans Conrad. Beide Aufgaben hatte zuvor Traute Wichmann, Ehefrau des ehemaligen Vorsitzenden, erledigt. Dessen Bruder Klaus Wichmann bleibt Beisitzer. Volker Möhrke behält den Posten des zweiten Vorsitzenden.

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erstellt am 11.Mär.2015 | 18:24 Uhr

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