Stadtentwicklung : Auf dem Weg zu einem Ortszentrum

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Seit zehn Jahren hat Tornesch die Stadtrechte. Es hat sich viel getan an wirtschaftlicher Ansiedlung und an Entwicklung von Infrastruktur. Tornesch hat einen Bahnhof, einen Autobahnanschluss, Supermärkte und Eizelhandelsgeschäfte, Schulen, Kindertagesstätten, ein funktionierendes Vereinsleben und Stätten für Sport, Kultur und Freizeitgestaltung. Doch die Kommune im Kreis Pinneberg, die bevölkerungsmäßig in den nächsten Jahren am meisten wachsen wird, hat noch immer keinen Ortsmittelpunkt, der zum Verweilen einlädt.

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12. Januar 2015, 21:06 Uhr

Die Politiker haben Ende vergangenen Jahres auf den Weg gebracht, dass mithilfe einer Beratungsfirma ein städtebaulicher Plan entwickelt wird, der den gesamten Raum von der Uetersener Straße bis zur Friedrichstraße und Ahrenloher Straße/Wilhelmstraße umfasst. Angestoßen wurde das Thema „Ortskerngestaltung“ von den Sozialdemokraten. Sie hatten auch entsprechende Anträge eingebracht, dass der Hauptausschuss bei der Ausübung des Vorkaufsrechts der Stadt, das im Ortskern besteht, mitentscheidet und auch der Bauausschuss Mitspracherecht erhält.

In einem ersten Schritt soll für das Gebiet von der ehemaligen Post entlang der Uetersener Straße bis zum Bahnhofsplatz ein neuer Bebauungsplan erstellt werden. Wichtig ist den Politikern, allen voran den Sozialdemokraten, dass die Tornescher – sowohl die Einwohner als auch die Geschäftsleute und Grundstückseigentümer – frühzeitig einbezogen werden, um Ideen und Vorschläge für ein attraktives Ortszentrum einzubringen.

Noch vor dem Jahreswechsel hatten die Sozialdemokraten deshalb zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung zu diesem Thema eingeladen. Als Referentin war Dörte Köhne-Seiffert zu Gast. Die junge Elmshorner Rechtsanwältin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Elmshorn ist auch stellvertretende Landesvorsitzende der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik und im Landesvorstand Leiterin des Projektes „Öffentlichkeitsbeteiligung“.

Am Beispiel der Kommune Neckarsulm stellte sie Schritte vor, die bei einer „Frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung im Stadtentwicklungsverfahren“ zu beachten sind. Das Interesse an der SPD-Veranstaltung und dem Thema war allerdings gering. Die in der Kommunalpolitik aktiven Sozialdemokraten blieben unter sich. Die Hinweise von Dörte Köhne-Seiffert bestärkten die Genossen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Denn mit einem Fragebogen in ihrer jüngsten Ausgabe „Unser Tornesch“ sind sie bereits dabei, die Tornescher Bevölkerung einzubeziehen.

u Alle Bevölkerungsgruppen bei Stadtentwicklung einbeziehen / Resonanz auf SPD-Fragebögen abwarten und auswertenAm Beispiel der etwa 27000 Einwohner zählenden Stadt Neckarsulm machte Dörte Köhne-Seiffert deutlich, dass Stadtentwicklung eine „Daueraufgabe“ ist, Konzepte realistisch, Finanzierungen gesichert und eine zeitnahe Realisierung der Vorhaben gegeben sein müssen.

In Neckarsulm sollte auf einer 34 Hektar-Fläche ein neues Wohngebiet entstehen. Nach Protesten der Bevölkerung wurde die Planung gestoppt und die Stadt hat 2011 den strategischen Entwicklungsprozess „Stadtentwicklung Neckarsulm 2030“ angestoßen. Ins Leben gerufen wurden offene Zukunftswerkstätten und Planungswerkstätten, in denen die Teilnehmerzahl für kontinuierliche Mitarbeit begrenzt wurde. „Es müssen alle Bevölkerungsgruppen angesprochen und einbezogen werden. Wichtig sind eine Ist-Analyse der Stadtentwicklung mit Stärken und Schwächen und eine regionale Umfeldanalyse zur Benennung von Zielen“, so der Rat von Dörte Köhne-Seiffert. Als ersten Schritt haben die Sozialdemokraten einen Fragebogen erstellt, was nach Meinung der Tornescher Bürger das Tornescher Ortszentrum bieten sollte.

Erste Rückläufe der Fragebögen, die der SPD-Zeitung „Unser Tornesch“ beilagen, gab es bereits im Dezember. Wer sich noch nicht beteiligt hat, kann dies noch tun. (syk)

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