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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 22:18 Uhr

beschleunigung : Auf dem Weg in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kurze Wege sind von Vorteil. Auch bei der Anbindung an schnelle Datennetze (Lichtwellenleiter). Das war der Tenor des Referates von Fred Freyermuth, Leiter der Stadtwerke Barmstedt, das er während der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses am Donnerstag im Rathaus gehalten hatte. Der Vortrag richtete sich an die Mandatsträger der Stadt, um diese zu sensibilisieren, Entscheidungen zu treffen, die der Rosenstadt dabei helfen, fit für die Zukunft zu werden. Doch die hatten eine diesbezügliche Nachhilfe gar nicht nötig. Andreas Stief, CDU: „Legen Sie los!“

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2012 | 22:20 Uhr

Stief reagierte, wie die Mitglieder anderer Fraktionen auch, auf den Vortrag, mit dem versichert wurde, dass das Zeitalter des Kupferkabels schon sehr bald auslaufe, weil darüber nur eine begrenzte Datenmenge zeitgleich transportiert werden könne. Kupferkabel bringen die Kabelsender in die Haushalte, müssen für stabile Telefonverbindungen sorgen und sind daneben noch „verantwortlich“ für den schnellen Austausch via Internet. Doch genau dort werden die zu transportierenden Datenmengen immer größer. Und ein Ende dieses Wachstums, so Freyermuth, sei nicht in Sicht. Im Gegenteil.

Bei Lichtwellenleitern gebe es so gut wie keine Kapazitätsgrenzen, erläuterte er, und informierte darüber, wie die Stadtwerke in Barmstedt vorgingen. Dort werden derzeit sechs Millionen Euro investiert. Jeder Straßenzug wird dabei zunächst mit Leerrohren ausgerüstet. Meldet ein Bürger einen Bedarf an, werden das betreffende Leerrohr mit einem Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel) ausgerüstet und der Hausanschluss installiert. Freyermuth erläuterte in diesem Zusammenhang die einzelnen Produkte. Telefon, Internet oder Fernsehen – wer mag ,wählt das große Paket, wer dieses nicht braucht, bekommt ein anderes, das passt.

Bei Stadtwerken, so Freyermuth, würden die kurzen Wege eben durch Individualität, also die Passgenauigkeit, ergänzt.

„Xitylight“ nennt Barmstedt sein Konzept, das bald auch in Uetersen umgesetzt werden könnte. Dabei würden die Stadtwerke Barmstedt, begleitet von den Stadtwerken Uetersen, auch in der Rosenstadt zunächst nur Leerrohre verlegen und interessierte Kunden bei Bedarf anschließen. Man könne damit kein schnelles Geld verdienen, sagte Freyermuth. Daher würden Aktiengesellschaften regelmäßig vor solchen Investitionen zurückschrecken. Sie seien auf schnellen Renditegewinn angewiesen. Stadtwerke hingegen nicht. Einen kleinen Dämpfer gab es für die entschlossenen Politiker am Ende des Referates. Die Stadtwerke Barmstedt könnten das neue Uetersener Zeitalter nicht sofort in Angriff nehmen. Erst einmal müsse Barmstedt fit gemacht werden. Dort benötige man noch ein bis zwei Jahre, um das Projekt abzuschließen. Und die Kapazitätsgrenze beim herkömmlichen Kupferkabel sei ja auch noch nicht sofort erreicht.

Interessierte könnten sich aber schon jetzt bei den Stadtwerken Uetersen melden und sich vormerken lassen. Unabhängig davon warb Freyermuth dafür, neue Baugebiete in der Rosenstadt auf jeden Fall schon jetzt mit Leerrohren auszurüsten. Das Material dafür könnten die Stadtwerke Barmstedt zur Verfügung stellen.

Wenn es gelinge, ein Klima herbeizuführen, das zwei regionale Partner benötigen, um etwas gemeinsam auf die Beine stellen zu können, sei das eine riesen Chance für Uetersen, formulierte Uetersens Stadtwerkechef Manfred Tietje abschließend. Vor einem Jahr hatte der Abwasserzweckverband (AZV) Hetlingen das schnelle Datennetz in Uetersen beworben. Damals allerdings ohne Erfolg. Uetersens Politiker waren auch 2011 begeistert, doch mögliche Kunden meldeten sich nicht.

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