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Uetersener Nachrichten

20. August 2017 | 23:27 Uhr

Auch Elmshorn ist betroffen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zwar steht das Elmshorner Kranhaus selbst nicht unter Denkmalschutz, aber immerhin die angrenzenden „Knecht’schen Hallen“. Dennoch genügten die Räumlichkeiten der SPD um sich mit der Vorlage eines Gesetzesentwurfs des Kieler Landtages zu beschäftigen. Berichterstatterin war die Elmshorner Landtagsabgeordnete Beate Raudies.

„Kern des Gesetzentwurfs ist die Aufhebung der bundesweit einmaligen Unterscheidung zwischen einfachen und besonderen Kulturdenkmälern“, so die SPD-Politikerin; „das betrifft landesweit zirka 16000 Gebäude, die bisher unter einfachem Denkmalschutz stehen, und somit zirka zwei Prozent des Gesamtgebäudebestands.“ Durch diese Neuordnung des Verfahrens erhofft sich die Landesregierung, zukünftig mehr Kapazitäten für die Beratung der Eigentümer von Denkmälern anbieten zu können, da gleichzeitig das Verfahren zur Unterschutzstellung vollkommen neu geregelt wird. „Statt des langwierigen Einzelfallverfahrens soll zukünftig per Gesetz geregelt sein, was ein Denkmal ist; und dann steht es auch ohne Eintrag in die Denkmalliste unter besonderem Schutz“, führte Raudies aus. Zudem sollen im neuen Gesetz auch Regelungen getroffen werden, die eine größere wirtschaftliche Nutzung von Denkmälern ermöglichen. „Das betrifft unter anderem die energetische Sanierung von Gebäuden, aber auch die behindertengerechte Gestaltung“, so die Landtagsabgeordnete, die mit diesen Beispielen auch auf zwei prominente unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Stadt Elmshorn verweist, „nämlich das jetzige Rathaus und das Weiße Haus, wo sich genau diese Fragen gestellt haben und noch stellen.“ Wie viele der bisherigen zirka 16000 einfachen Denkmäler zukünftig dem neuen Denkmalschutz unterliegen ist nach Aussage Raudies’ noch nicht absehbar: „Das hängt damit zusammen, dass mit dem bisherigen einfachen Denkmalschutz keine Verpflichtungen zum Erhalt ausgesprochen worden sind, sondern nur eine steuerliche Absetzbarkeit von erhaltenden Maßnahmen gewährt wurde. Dementsprechend ist eine Reihe von einfachen Denkmälern gar nicht mehr existent oder sie sind baulich so verändert worden, dass sie nicht mehr schützenswert sind.“

Dass die Neuordnung des Denkmalschutzes durchaus auch kritisch gesehen wird, machte Alexander Blazek, Vorsitzender der Grundstückseigentümervereinigung Haus und Grund in Schleswig-Holstein deutlich. Er bemängelt die Abschaffung des bisherigen Verfahrens der Unterschutzstellung: „Das bisherige Verfahren hat über 50 Jahre gut funktioniert, was hauptsächlich daran liegt, dass die Behörde von sich aus Kontakt aufnimmt und auch eine ausführliche Beratung durch den Denkmalrat vorgenommen wird.“ Er befürchte, dass sich die Eigentümer zukünftig nicht mehr mitgenommen fühlten und dadurch die Akzeptanz und Bereitschaft zu Investitionen in Denkmäler abnähme.

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erstellt am 05.Nov.2014 | 17:51 Uhr

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