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Flüchtlingsunterkunft : Auch „dezentral“ birgt Probleme

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Zahl der Zuweisungen von Asylbewerbern und Flüchtlingen hat derzeit einen Tiefststand erreicht. In der kommenden Woche muss in Uetersen lediglich ein Flüchtlinge mit Wohnraum versorgt werden. Wann die Zuweisungszahlen ansteigen, weiß niemand. In Uetersen gibt es derzeit keine Raumnot. Ganz im Gegenteil: Auf 50 freie Plätze könne sie zurückgreifen, so Bürgermeisterin Andrea Hansen gestern. Zudem gebe es weitere Angebote von Immobilieneigentümern. Und dann ist da noch die Pinnau, die gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft, die der Stadt angeboten hat, ihr 41 Wohnungen für Flüchtlingsunterkünfte zu überlassen, insofern die Politik das Neubauvorhaben an der Jahnstraße weiterhin positiv begleitet.

Das Vorhaben, Flüchtlinge und Asylbewerber (derzeit 280) dezentral unterzubringen, gelingt also nach wie vor. Mit dieser Art der Flüchtlingsversorgung orientiert sich die Rosenstadt an den Landesvorgaben, nach denen eine Ghettobildung vermieden werden soll.

Und doch: auch dabei gibt es zuweilen nachbarschaftlichen Ärger, wie die Uetersener Nachrichten erfahren haben. So derzeit an der Wassermühlenstraße. In dem Gebäude mit der Hausnummer 4 (ehemals Kremer Immobilien) sollen demnächst 20 Asylbewerber einziehen. Das Objekt wurde für diese Zwecke an die Stadt vermietet.

Die Kritik aus der Nachbarschaft: Alles laufe im Geheimen, sogar die Anlieferungen der Matratzen, Betten, Bettwäsche, Handtücher, der kompletten Küche und der Waschmaschine. Und niemand, auch nicht die Bürgermeisterin, habe die Anwohner informiert.

Besonders betroffen von der Entscheidung der Stadt fühlt sich ein Nachbar, dessen Schlafzimmer sich auf der Rückseite schräg oberhalb der Terrasse des betreffenden Nebenhauses befindet. Dort werde sich schon bald das Abend- und Nachleben abspielen. Die Probleme seien vorprogrammiert.

Der Nachbar befürchtet: Die Wohnqualität werde massiv eingeschränkt und der Wiederverkaufswert der Wohnungen dadurch deutlich verringert.

Ärgerlich ist für ihn auch, dass eine finanzielle Unterstützung, um wenigstens einen Sichtschutz anzubringen, abgewiesen wurde.

Die Bürgermeisterin, die mit dem kritischen Bürger im Gespräch ist, sagte dazu gestern, dass die Stadt die Aufgabe habe, die ihr zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. Und nach wie vor werde der dezentrale Weg gewählt. Uetersen könne sich gegen die Flüchtlinge nicht wehren, die Unterbringung sei eine Pflichtaufgabe, die nach Weisung erfolge. Dabei teilt das Land den Kreisen die Zahl der auf die Kommunen zu verteilenden Flüchtlinge mit, wobei der so genannte Königsteiner Schlüssel zur Anwendung kommt.

Dabei geht es um die gerechte Verteilung von Flüchtlingen im gesamten Bundesgebiet.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 20:40 Uhr

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